Geruchsverlust - Geschmacksverlust

Geruchsverlust oder ein Geschmacksverlust kann ein Warnhinweis sein!

Riechen und Schmecken stellen Sinne dar, mit denen chemische Stoffe wahrgenommen werden, sie gehören also zu den chemischen Sinnen. Der Vorgang beginnt mit freigesetzten Molekülen, diese aktivieren spezielle Nervenzellen im Mund und in der Nase. Letztere wiederum leiten die Signale an das Gehirn weiter, wo dann letztendlich Schmeck- und Riecheindrücke wahrgenommen werden.
Eine Riech-Schmeckstörung kann unterschiedlich auftreten. Die häufigste Störung ist der komplette oder teilweise Verlust des Riech- oder Schmeckvermögens. Sollte es also vollständig zerstört sein, wird von einem Riechverlust (Anosmie) oder einem Schmeckverlust (Ageusie), gesprochen. Ist der Sinn des Riechens und Schmeckens nur teilweise zerstört wird von einer Hyposmie oder einer Hypogeusie ausgegangen. Es gibt aber auch andere Störungen, wo Gerüche und Geschmackseindrücke verändert wahrgenommen werden. Hier spricht man dann von einer sog. Parosmie bzw. Parageusie. Die Gerüche oder Geschmackseindrücke werden hierbei falsch interpretiert. Daraus folgt das Aromen falsch wahrgenommen werden. Diese falschen Gerüche sind des Öfteren unangenehm, was früher angenehm war wird nun als Geruch oder Geschmack als unangenehm empfunden. In der Regel treten Störungen des Riechsinnes öfter auf als Störungen im Geschmackssinn. Ein gemeinsames Auftreten dieser Störungen, also eine Riech-Schmeckstörung, wird eher selten beobachtet.

Ursachen der Störungen

Ursachen für eine Riech-Schmeckstörung können unter anderem Virusinfekte, wie z.B. eine Grippe, sein. Auch Schädelverletzungen, hervorgerufen durch Stürze oder Schläge auf den Kopf, können für eine solche Störung verantwortlich zeichnen. Weitere häufige Ursachen für diese Störungen können Polypen, Entzündungen der Nasennebenhöhlen oder auch Zahnerkrankungen sein. Auch bestimmte Chemikalien, Medikamente oder Strahlenbehandlungen, z.B. bei Tumoren im Hals- oder Kopfbereich, können eine solche Störung der Riech- und Geschmackssinne verursachen.

Diagnose

Durch die Messung der Konzentration eines Riech- und Schmeckstoffes, der gerade eben wahrgenommen wurde, kann der Grad der Erkrankung der Sinne bestimmt werden. Bei anderen Tests müssen die Intensität von Riech- und Schmeckproben bestimmt bzw. solche Proben erkannt werden. Diese Untersuchungen beruhen darauf, dass eine große Menge an Proben angeboten wird. Diese werden dann in flüssiger oder fester Form direkt auf die Zunge aufgetragen oder als Tabletten verabreicht. Bei anderen Verfahren werden Signale aus den Hirnströmen nach Riech- oder Schmeckreizung abgeleitet. Mit diesem Verfahren können Riech-Schmeckstörungen objektiv erfasst und nachgewiesen werden. Zum Ausschluss einer chron. Rhinosinusitis oder sonstiger Ursachen der Nasennebenhöhlen sollte eine Computertomographie der Nasennebenhöhlen erfolgen.

Behandlung

Riech- und Geschmackssinne sind enorm wichtig. Funktionieren diese nicht vernünftig kann das schwere Folgen haben, da sie auch als Alarmsystem dienen. Mit ihnen können wir zum Beispiel Brände oder giftige Dämpfe wahrnehmen und würden ohne diese Sinne auch vergiftete oder schlechte Lebensmittel essen. Weiter kann der Verlust auch zu Depressionen führen. Sollte eine Riech-Schmeckstörung durch ein Medikament ausgelöst worden sein, sollte in Zukunft auf dieses, soweit möglich, verzichtet werden. Durch Krankheiten, Allergien o.ä. ausgeloste Störungen können durch die Behandlung des Auslösers bekämpft werden. Oft wird auch eine spontane Erholung der Riech-Schmeckstörung beobachtet. Daher ist eine genaue Diagnose der Erkrankung enorm wichtig. Um die Ursache und damit die Behandlung zu bestimmen, sollte der Arzt über das komplette Krankenbild des Patienten im Bilde sein.

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