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Druck auf den Ohren

Woher kommt dieser Druck?

Bei „Druck in den Ohren“ handelt es sich um ein Symptom und nicht um eine Krankheit. Druck in den Ohren kann durch sehr viele unterschiedliche Ursachen bestimmt sein.
Der Druck tritt gelegentlich sehr schnell auf und der betroffene Patient ist sehr beunruhigt darüber. Die Ursachen sind jedoch oft sehr harmlos. So kann zum Beispiel ein simpler Ohrenschmalzpfropf dafür verantwortlich sein.

Druck durch Krankheiten am Ohr:

  • Cerumen (Ohrenschmalzpfropf)
  • Entzündung des Gehörgangs
  • Fremdkörper im Gehörgang
  • Trommelfellperforation
  • Mittelohrentzündung
  • Mastoiditis
  • Paukenerguss = Wasser im Mittelohr
  • chronische Mittelohrentzüdung
  • Otosklerose
  • Schwerhörigkeit
  • Hörsturz
  • Morbus Menière
  • Akustikusneurinom

Druck auf den Ohren wegen Probleme mit der Nase

Ist die Nasenatmung behindert kann es sein, dass auch der Bereich hinter der Nase, der so genannte Nasenrachenraum nicht richtig belüftet wird. In diesem Nasenrachen (Epipharynx) befindet sich der Eingang zur sogenannten "Eustachischen Röhre". Die Eustachische' Röhre (auch Ohrtrompete oder Tube genannt) verbindet den Nasenrachen mit dem Mittelohr. Eine Minderbelüftung in diesem Bereich oder eine Verlegung der Ohrtrompete führt zu einem Unterdruck im Mittelohr und im Verlauf sogar zu einem Paukenerguss (Wasseransammlung im Mittelohr).
Dieser Unterdruck (oder auch einen Überdruck) verspüren wir dann als Druck im Ohr.
Eine ständig behinderte Nasenatmung z.B. durch eine Allergie, Septumdeviation, Nasenmuschelhyperplasie oder Polypen in der Nase (chron. Sinusitis) führt zu Problemen mit der Eustachischen Röhre und somit zur Belüftungsstörung des Mittelohres. Dies führt zweifelsfrei zu einem Unterdruck im Mittelohr und somit zu teils erheblichen „Druck im Ohr“.
Ein akuter oder auch chronischer Schnupfen führt ebenso zu einem Unterdruck oder in ganz seltenen Fällen (z.B. nach dem Schneuzen) zu einem Überdruck im Ohr. Dieses Problem kann natürlich auch bei jeder Nebenhöhlenentzündung auftreten.
Viele Patienten kommen nach einem Infekt oder einer Mittelohrentzündung und berichten von einer Hörminderung oder einem unerträglichen Druck in einem oder sogar in beiden Ohren.

Ohrendruck durch Prozesse im Nasenrachen

Der Nasenrachenbereich schließt sich nach hinten an die Nase an und bildet die Verbindung zwischen der Nase und dem uns bekannten Rachenbereich mit den Mandeln. Der Mediziner bezeichnet den Bereich als Epipharynx - daneben gibt es noch den Rachenbereich (Oropharynx) und tiefen Rachen (= Schlund = Hypopharynx). Wie oben bereits erwähnt befinden sich im Epipharynx auch die Eingänge zu den Ohrtrompeten rechts und links. Somit können sämtliche Problem im Nasenrachenbereich auch zu Problemen mit der Ohrtrompete und somit auch zu Ohrproblemen führen.
Die häufigste Erkrankung des Nasenrachenbereichs sind Entzündungen. Die Epipharyngitis tritt sowohl isoliert als auch in Kombination mit Mandelentzündungen oder Seitenstrangentzündungen auf. Im Nasenrachen gibt es auch "Mandelgewebe" (lymphatisches Gewebe wie das, aus dem die Mandeln bestehen). Dieses Mandelgewebe wird auch als Rachenmandel bezeichnet (nicht verwechseln mit den Gaumenmandeln, die man allgemein als Mandeln kennt). Die Rachenmandel wird in der Kindheit fälschlicher Weise als Polypen bezeichnet. Natürlich kommen auch weitere gutartige und bösartige Tumore im Epipharynx vor.
Kommt es also zu Veränderungen im Nasenrachenbereich, dann kann es nicht nur zu einem Druck in den Ohren oder hinter der Nase kommen, sondern auch zu Schmerzen in diesen Bereichen.

Probleme mit dem Kiefergelenk

Das Kiefergelenk grenzt an den vorderen Teil des Gehörganges. Somit können Probleme mit dem Kiefergelenk auch zu Ohrproblemen führen. Eine der häufigsten Erkrankungen des Kiefergelenks ist durch nächtliches Zähneknirschen bedingt. Viele Patienten leiden darunter. Nachts wird das verarbeitet, was man tagsüber erlebt hat und wenn man so richtig verbissen ist - also unter einem erheblichen Stress steht, kann sich das Problem sogar verstärken.
Bei der Diagnostik und Therapie hilft ihnen zunächst ihr lieber Zahnarzt. Sprechen sie mit ihm darüber. Die meisten Zahnärzte sind auf diesem Gebiet sehr gut ausgebildet. Er wird ihnen zunächst zu einer Aufbissschiene raten und bei entsprechender Indikation auch eine spezielle Physiotherapie verordnen. Dies führt zwar lokal und vorübergehend zur Besserung der Beschwerden, jedoch letztendlich lösen, können es nur sie.
Erlernen sie Entspannungstechniken wie das Mentaltraining nach Nikolaus Enkelmann, das autogene Training von Prof. Heinrich Schultz oder die Muskelentspannung nach Jacobsen. Dies sind effektive Methoden, um seinen Geist zu beruhigen. Auf Youtube oder in der Volkshochschule werden entsprechende Kurse angeboten. Sorgen sie für einen Ausgleich und setzten sie sich ein Lebensziel. Denn nur wer sein Ziel kennt, kann es auch treffen.
Der umgebende Stress kann selten vermindert werden, also müssen sie lernen entweder stärker zu werden, damit er gar nicht mehr an sie herankommt, oder Techniken anzuwenden, damit der Stress abgebaut werden kann. Das ist nicht einfach, aber "wo ein Wille, da ein Ziel" und wenn sie es alleine nicht schaffen, bitten sie jemanden um Hilfe

HWS-Syndrom und Verspannungen

Eigentlich haben wir hier das gleiche Thema wie bei den Problemen mit dem Kiefergelenk, nur dass ihnen hier nicht der Zahnarzt, sondern der Orthopäde weiterhelfen kann. Gerade das Kopfgelenk mit seinen zahlreichen Muskelverbindungen kann zu ordentlichem Druck auf den Ohren führen. Viele Patienten geben dabei an, dass der Druck von hinten in die Ohren steigt - es strahlt also vom Nacken hinter oder auch in die Ohren. Kalte Winde im Nacken können die Symptomatik noch verstärken.
Neben der organischen Behandlung durch ihren Orthopäden, Physiotherapeuten, Masseur, Chiropraktiker oder Osteopathen stehen natürlich auch die oben genannten Entspannungstechniken auf dem Programm. Wobei ich ihnen hier vor allem zur Muskelentspannung nach Jacobsen rate.

Sonstige

Direkt vor dem Ohr liegt noch die Ohrspeicheldrüse. Die Ohrspeicheldrüse schmiegt sich nahezu um den äußeren Gehörgang herum. Der Hauptteil befindet sich vor und unter dem Ohr. Akut entzündliche Erkrankungen der Ohrspeicheldrüse sorgen für Schmerzen im Ohr (z.B. Parotitis), chronische Erkrankungen (z.B. gutartige Geschwülste der Parotis) führen durch die Kapselspannung zu einem Druckgefühl in der Region.
Am und um das Ohr herum ziehen zahlreiche Nerven entlang. Reizungen dieser Nerven (Nervus Trigeminus, Nervus Fazialis u.v.m) können ebenfalls Symptome im Ohr auslösen.

Zusammenfassung

Wie Sie sehen, ist alleine das Symptom Druck im Ohr bei vielen Erkrankungen aufzufinden. Die Liste der möglichen Erkrankungen ist eigentlich noch etwas länger. Die genaue Diagnose ermöglicht ihr Hals- Nasen- Ohrenarzt in Zusammenarbeit mit den einzelnen Fachärzten. Wichtig für den Patienten ist die Aufklärung über die vielfältigen Ursachen der Beschwerden und die Einleitung einer adäquaten Therapie.