Nasenspray und Schwangerschaft

Es ist bekannt, dass in der Schwangerschaft viele unter einer ständig verstopften Nase leiden. Des Weiteren schützt eine Schwangerschaft nicht vor dem Risiko einer Erkältung zu bekommen. Dann stellt sich immer die Frage welche Medikamente kann ich nehmen und vor allem kann ich ein Nasenspray nehmen?

Dieser kleine Artikel soll Ihnen Sicherheit geben, damit sie wissen, welche Art von Nasenpflege bzw. Nasensprays sie ohne Bedenken verwenden können.

Medikamente sind "off label" use

Es ist bekannt, dass in der Schwangerschaft viele unter einer ständig verstopften Nase leiden. Des Weiteren schützt eine Schwangerschaft nicht vor dem Risiko einer Erkältung zu bekommen. Dann stellt sich immer die Frage welche Medikamente kann ich nehmen und vor allem kann ich ein Nasenspray nehmen?

Dieser kleine Artikel soll Ihnen Sicherheit geben, damit sie wissen, welche Art von Nasenpflege bzw. Nasensprays sie ohne Bedenken verwenden können.

Verstopfte Nase bei Schwangeren

Die unter anderem hormonell bedingte Rhinitis während einer Schwangerschaft für Zustellung der Nasenschleimhaut und einer behinderten Nasenatmung. Folgeerscheinungen sind Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Erschöpfung und eine verminderte Konzentrationsfähigkeit. Dies führt natürlich zu einer eingeschränkten Lebensqualität der Schwangeren.

Durch die längerfristige Behinderung der Nasenatmung besteht während eines Infektes unter anderem auch das Risiko einer Mittelohrentzündung.

Bezüglich der Verwendung von abschwellen Nasensprays ergibt sich aus der aktuellen Studienlage kein Hinweis auf ein Embryo schädigendes Potenzial. Abschwellende Nasensprays enthalten die Wirkstoffe Xylometazolin und Oxmetazolin. Ich nenne diese im weiteren Artikel nur noch wegen ihrer Endung: Zoline.

Diese Zoline sind laut Beipackzettel nicht für Schwangere geeignet. Theoretisch wäre eine Beeinträchtigung des Feten durch eine systemische Vasokonstuktion denkbar. Das bedeutet, die Durchblutung der Frucht kann gestört werden.

Bei entsprechender Indikation, kann man dennoch kurzfristig auf die Zoline zurückgreifen. Eine Anwendung über 3-5 Tage ist somit möglich.

Vorsicht: Abschwellendes Nasenspray macht süchtig!

Nasenspray süchtig
Nasenspray süchtig © Ursula Deja - Fotolia.com

Viel länger sollten abschwellen der Nasensprays sowieso nicht genommen werden. Innerhalb 5-10 Tagen entsteht nämlich ein Gewöhnungseffekt. Dieser führt zu einer lokalen Abhängigkeit. Man kann ohne Nasensprays und ohne Zoline nicht mehr frei durchatmen. Deshalb sollte man generell darauf achten, dass abschwellen Nasensprays nur bei maximal 5-10 Tage genommen werden.

Das gleiche gilt natürlich auch für Kinder. Und hier macht nicht die Dosierung das Problem, sondern die Dauer der Anwendung. Stellen Sie sich zwei Nervenendungen vor, dass eine Nervenende sendet ein Botenstoff aus und auf dem Erfolgsorgan sitzt ein Rezeptor, der sagt: Gefäß zieht sich zusammen, glatte Muskulatur zieht sich zusammen.

Jetzt kommt der schlaue Mensch bzw. die Pharmaindustrie auf die Idee diesen Botenstoff nachzuahmen. Der Mensch sprüht sich diese Zoline in die Nase und der Rezeptor am Erfolgsorgan wird mit Botenstoff überflutet. - in nie zuvor dagewesener Menge. Die Nase wird frei, läuft nicht mehr so stark und der Mensch ist glücklich.

Doch Vorsicht, das Messer hat zwei Schneiden!

Nach ein paar Tagen haben die Rezeptoren natürlich „die Nase voll“ und ziehen sich zurück. Dann setzt der Mensch die Zoline ab und die Menge des natürlichen Botenstoffes reicht nun nicht mehr aus, dass Erfolgsorgan zu beeinflussen. Es ist somit eine lokale Abhängigkeit entstanden.

Aber es gibt auch eine gute Nachricht: nach knapp drei Wochen bilden sich diese Rezeptoren wieder in ausreichender Anzahl. Aber diese drei Wochen sind für die meisten unerträglich lang.

Sie merken vielleicht, dass ich persönlich nicht viel von diesen Medikamenten halte und sie nur Notfall einsetze.

Welches Nasenspray in der Schwangerschaft?

Viel besser ist die Verwendung von Nasensprays aus Salzbasis oder auch einer Nasendusche. In den meisten Fällen reicht die abschreckende Wirkung dieser Sprays vollkommen aus.

Generell kann die Schwangere der hormonellen Rhinitis vorbeugen, indem sie regelmäßig Nasenspülung durchführt. Regelmäßig bedeutet in diesem Fall: einmal morgens und einmal abends.

Sollte nun dennoch keine Verbesserung durch die salzhaltige Nasensprays erzielt werden, so kann man auch auf Cortison-Nasensprays zurückgreifen. diese führen nicht zu einer lokalen Abhängigkeit und können somit über einen längeren Zeitraum genommen werden. Jedoch sollte man auch in der Schwangerschaft mit diesen Produkten vorsichtig sein und sie nur bei passender Indikation einsetzen.

Ich hoffe ich konnte ihn mit meinen Angaben behilflich sein, sollte noch Freitag Fragen offen sein, so kann ich Ihnen den unten stehenden Artikel empfehlen.

Ich wünsche Ihnen, sofern Sie schwanger sind, alles Gute für die nächste Zeit und viel Spaß mit dem neuen Erdenbürger. Auf dieser Welt gibt es nichts Schöneres!
Und geben Sie Ihrem Kind bitte NIEMALS ein abschwellendes Nasenspray (Zoine) über längere Zeit!

Literatur



1. Riepl, R. & Friebe-Hoffmann, U. Medikamentöse Therapie HNO‑ärztlicher Krankheitsbilder in der Schwangerschaft. HNO 64, 843–854 (2016).



(C) 2017 Dr. Holger Dewes