Cochleaimplantat

Das Cochleaimplantat (CI) stellt eine Prothese für Gehörlose, deren Hörnerv noch intakt ist, dar. Auch für Patienten die unter einer Schädigung der Sinneszellen im Innenohr leiden ist die Implantation eines Cochleaimplantats eine häufig angewandte Möglichkeit, dieses Problem auszugleichen. Das Implantat besteht aus mehreren Einzelteilen, wie einem Mikrofon, einem Sprachprozessor, Sendespule mit Magnet und natürlich dem eigentlichen Implantat, welches sich aus einem weiteren Magneten, einer Empfangsspule, einem Elektrodenträger mit Stimulationselektroden und dem Stimulator zusammensetzt. Diese einzelnen Bestandteile werden an verschiedenen Punkten des Ohres angebracht. So werden die Elektroden in die Hörschnecke eingeführt und die Empfangsspule hinter dem Ohr unter der Haut eingesetzt. Mit Hilfe der Magneten haftet die Sendespule auf der Kopfhaut über der Empfangsspule und die Spannungsversorgung für das Cochleaimplantat erfolgt durch die Kopfhaut mit Hilfe elektromagnetischer Induktion. Die Signalübertragung hingegen erfolgt wiederum über Hochfrequenzwellen. Das CI sorgt für eine direkte Stimulation der Hörnervfasern und unterscheidet sich dadurch von einem Hörgerät, das einen verstärkten Schall dem Mittel- und Innenohr zuführt.

Funktionsweise des CI

Das Cochleaimplantant funktioniert über 7 Schritte. Im ersten Schritt nimmt das Mikrofon den Schall auf und wandelt ihn in elektrische Signale um. Im zweiten werden die Mikrofonsignale für die Sendung zum Implantat und für die Hörnerven im Sprachprozessor vorbereitet. Danach teilt das unter der Haut im Knochenbett befestigte Implantat die Ton-Signale einzelnen Leitungen im Leitungsbündel zu. Im fünften Schritt werden die Signale vom Leitungsbündel zu den einzelnen Kontakten in der Cochlea weitergeleitet. Die Kontakte wiederum sorgen dafür das die Signale in die Hörnerv-Enden gelangen, um von dort aus im siebten Schritt direkt auf natürlichem Weg in das Gehirn weitergeleitet zu werden.

Implantation des CI

Bevor das Cochleaimplantat eingesetzt werden kann müssen Patienten sich einiger Voruntersuchungen unterziehen. Zuerst findet ein Beratungsgespräch statt, auf das allgemeine und HNO-ärztliche Untersuchungen folgen. Dazu zählen diverse Hörprüfungen, Röntgenaufnahmen und ein spezieller Test zur Funktionstüchtigkeit des Hörnervs, da ein funktionierender Hörnerv die Voraussetzung für eine erfolgreiche Implantation ist. Weiter sind bei Kindern zusätzliche Untersuchungen durch Kinderpsychologen, Logopäden und Pädagogen erforderlich.
Nach erfolgreicher Implantation bleibt der Patient für einige Tage zur Beobachtung in stationärer Obhut. Dort werden Schrittweise Anpassungsvorgänge, wie das Speichern von Hörprogrammen mit individuellen Stimulationsparametern des Patienten im Sprachprozessor vorgenommen. Eine erste Anpassung dieses Sprachprozessors erfolgt drei bis sechs Wochen nach der Operation.

Nachsorge

Der Träger eines Cochleaimplantats sollte die individuell ausgearbeiteten Nachsorgeprogramme nutzen. Dies ist wichtig um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen. Im Nachsorgeprogramm für CI-Träger werden die Patienten in allgemeinen und technischen Fragen unterstützt und erhalten Informationen zu Selbsthilfegruppen für sich und ihre Familien. Gerade für Kinder gibt es die Möglichkeit Hör- und Sprachtrainings zu nutzen und eine pädagogische Betreuung in Anspruch zu nehmen. Zudem ist eine Unterstützung innerhalb der Familie für Cochleaimplantat tragende Patienten, im besonderen für Kinder, unerlässlich. Diese stellt einen wichtigen Faktor zur erfolgreichen Umsetzung des Systems dar.