Ohroperation - Tympanoplastik

Tympanoplastik

Bei der Tympanoplastik handelt es sich um einen operativen Eingriff in das Ohr (Ohroperation), durch den das Trommelfell und die Gehörknöchelchenkette wiederhergestellt werden sollen. Dieser Eingriff wird bei einer leichten Beschädigung oder Verletzung des Trommelfells, sowie bei Defekten der Gehörknöchelchenkette durch Verletzungen, Entzündungen oder durch ein Cholesteatom notwendig.

Bei der Operation wird meist körpereigenes Gewebe zur Rekonstruktion des Trommelfelles genutzt. Dazu wird meist Muskelhaut aus dem Kiefermuskel oder Knorpelhaut der Ohrmuschel verwendet. Müssen einzelne Gehörknöchelchen ersetzt werden, werden Prothesen aus verschiedenem Material wie Titan oder Keramik verwendet. Man unterscheidet verschiedene, vom Ausmaß der Rekonstruktion her leicht abweichende, Einteilungen der Tympanoplastik unterschieden.

Bei der Myringoplastik handelt es sich um die alleinige Wiederherstellung des Trommelfells. Sollte also eine Trommelfellperforation, ein Riss oder ein Loch im Trommelfell vorhanden sein, findet diese Methode Verwendung. Hierbei wird die Haut vor oder hinter der Ohrmuschel eingeschnitten und so das dahinter liegende Mittelohr freigelegt. Anschließend wird der Trommelfelldefekt durch umliegendes Gewebe wieder aufgefüllt. Dies können dann zum Beispiel Teile von Muskelhülle, Knorpel oder Knorpelhülle sein. Abschließend werden Gehörgang und Trommelfell meist mit Folien aus Silikon ausgekleidet und zusätzlich dazu eine Tamponade eingelegt. Diese können nach mehreren Wochen wieder entfernt werden. In seltenen Fällen kann es durch einen unerwarteten Befund oder eine Komplikation zu einer Erweiterung oder Abänderung der Operationsmethode kommen.

Operationsmethoden der Tympanoplastik

Es gibt vier weitere Typen der Tympanoplastik:


TYP 1:
Typ 1 beinhaltet eine Wiederherstellung des Trommelfelles und sanierende Maßnahmen des Mittelohres. Diese wird ebenfalls bei einer noch intakten Gehörknöchelchenkette angewandt. Um diesen Defekt zu beheben wird er mit einem Stück des Bindegewebes der die Ohrmuschel umgebenden Hülle verschlossen.

Typ 2:
Typ 2 beschreibt eine Operationsmethode, bei der die defekte Gehörknöchelchenkette durch Anwendung einer Gipsmasse repariert wird. Aufgrund akustischer Probleme wird diese Methode heute nicht mehr angewandt. Vielmehr wird Typ 3 in Anspruch genommen.

Typ 3:
Hier ist in wiederum 2 einzelne Formen zu unterscheiden. Zum einen Typ 3A der bei Ambossverlust oder –defekt zum Einsatz kommt und zum anderen Typ 3B der bei einem kombinierten Stapesdefekt angewandt wird.

Typ 4:
Bei Typ 4 handelt es sich um eine Operation zur Schallprotektion des runden Fensters, eine kleine, runde Knochenöffnung die mit einer Schleimhaut umgeben ist und das Mittelohr mit dem Innenohr verbindet. Diese Methode wird angewendet, wenn die Gehörknöchelchen fehlen und die Trommelfellebene unmittelbar auf der Stapesfußplatte aufliegt.