Tonsillotomie

Bei der Tonsillotomie handelt es sich um einen operativen Eingriff, bei dem die Gaumenmandel (Mandeln) teilentfernt wird. Diese Teilreduktion bzw. Teilentfernung erfolgt in der Regel auf beiden Seiten mit dem Einsatz von Lasertechnik, der Lasertonsillotomie oder Radiofrequenztechnik, also der Radiofrequenztonsillotomie. Hierbei handelt es sich um einen Routineeingriff des HNO-Arztes und wird mittlerweile ca. 100.000 im Jahr durchgeführt. Dieser Eingriff wird häufig bei kleinen Kindern durchgeführt und stellt eine Alternative zur Tonsillektomie, der vollständigen Entfernung der Gaumenmandel, dar. Die Tonsillotomie wird als besonders kinderfreundliches Operationsverfahren bezeichnet, da es den kleinen Patienten einen mehrtägigen Krankenhausaufenthalt erspart und ambulant von statten geht. Dieses Verfahren wird bei einer erheblichen Tonsillenvergrößerung, und damit einhergehender Behinderung des Atmens oder Schluckens, empfohlen.

Ursachen und Symptome

Zu den krankheitsbedingten Ursachen die eine Tonsillotomie notwendig werden lassen, zählt die überschießende Funktion der Gaumenmandel. Diese beschreibt eine gutartige, oft beidseitige und meist symmetrische Vermehrung des Gewebes, auch Hyperplasie genannt. Hierbei weist der Lokalbefund meist einen mittigen Kontakt der Mandeln in Höhe der Zäpfchen auf. Zu den Symptomen gehören erschwertes Sprechen und, aufgrund erschwerten Schluckens, Essprobleme. Auch nächtliches Schnarchen und Probleme bei der Nasenatmung, durch einen hochstehenden weichen Gaumen und dadurch hervorgerufene Behinderung der Nasenatmung, können Anzeichen für eine Vergrößerung der Gaumenmandeln und eine deswegen notwendige Tonsillotomie sein. Durch die verminderte Sauerstoffzufuhr sind die Betroffenen tagsüber oft unausgeschlafen und unkonzentriert. Häufig tritt eine solche Erkrankung auch in Kombination mit einer Rachenmandelhyperplasie, z.B. Polypen, auf.

Diagnose

Die zur Tonsillotomie notwendige Diagnose, wird als Gaumenmandelhyperplasie bezeichnet. Diese ist Vergrößerung und Zerklüftung der Gaumenmandeln. Als Differenzialdiagnosen werden zudem auch die chronische Tonsillitis und andere lymphatische Erkrankungen in Betracht gezogen.

Operation

Die operative Entfernung der Gaumenmandel wird in der Regel unter Vollnarkose vollzogen und ist anschließend mit einem mehrtägigen Krankenhausaufenthalt, sowie andauernden Schmerzen verbunden. Soweit sich noch keine Entzündung gebildet hat, ist diese aber auch durch die Tonsillotomie, also eine schonende Teilentfernung der Gaumenmandeln, zu ersetzen. Diese geschieht ambulant, ist im Nachhinein weitgehend schmerzfrei und hat ein geringes Nachblutungsrisiko. Allerdings ist auch hierbei zu beachten, dass noch 2-3 Tage nach der Operation eine schmerzfreie Nahrungsaufnahme nicht gewährleistet ist. In diesem Fall müssen dann Hilfestellungen durch Medikamente und Flüssignahrung geschaffen werden. In den ersten Wochen nach der Operation sollte die Ausübung von sportlichen Aktivitäten vermieden werden. Auch Blutdruck steigernde Aktivitäten wie heißes Baden oder Saunieren sollten in diesem Zeitraum nach der Tonsillotomie möglichst nicht ausgeübt werden.