Mittelohrentzündung Otitis Media

Mittelohrentzündung

Die einen leiden bereits als Säuglinge darunter, die anderen trifft es ein paar Jahre später. Aber auch als Erwachsener kann man noch eine Otitis media bekommen. So bezeichnet der Facharzt die akute Mittelohrentzündung, die sehr schmerzhaft ist. Sie kann in Form einer eitrigen oder nicht eitrigen Entzündung im Mittelohr auftreten. Dabei greift die Erkrankung die Schleimhäute im Ohrinneren an. Sie kann eigenständig auftreten oder eine Begleiterkrankung sein, beispielsweise bei Kinderkrankheiten (Masern, Scharlach) oder als Folgeerscheinung einer Grippe. Schlimmstenfalls entwickelt sich daraus eine chronische Otitis.
Die akute Mittelohrentzündung ist eine schnell auftretende, schmerzhafte, eitrige Entzündung des Mittelohres. Sie tritt meist im Rahmen einer Erkältung (Schnupfen, verstopfte Nase) oder einer Rachenentzündung (Pharyngitis) auf. Allgemeinsymptome wie Fieber und Abgeschlagenheit treten häufig auf. Kinder können zusätzlich unter Durchfall und Erbrechen leiden. Die immer gleichzeitig auftretende Hörminderung wird meist erst nach Abklingen der Schmerzen beschrieben. Kinder halten sich oft die Hand an das betroffene Ohr.

Immer wiederkehrende Mittelohrentzündungen bei Kindern können aufgrund einer chronisch verstopften Nase entstehen. Auch Schwellungen der Gaumen- (Tonsillen) und Rachenmandel (Adenoide) können zu erheblichen Beschwerden der Ohren führen. Gelegentlich müssen die Adenoide (kindliche Polypen) und/oder die Mandeln operativ entfernt werden. Kinder haben aufgrund ihrer Anatomie ein höheres Risiko für eine Mittelohrentzündung. Ab dem 6. – 8. Lebensjahr nimmt die Häufigkeit der Entzündungen physiologisch ab.

Die Therapie stützt sich auf drei Pfeiler: Antibiotika, Nasentropfen, Schmerzmittel. Im akuten Zustand sind diese drei Mittel zwingend erforderlich! Die Diagnostik und die Therapie gehören in die Hand eines Hals- Nasen- Ohrenarztes. Die Erfahrung des HNO Arztes ist um einiges größer als die anderer Fachgruppen. Somit können überflüssige Antibiotikagaben bei falscher Diagnose oft vermieden werden.


Ursachen einer Mittelohrentzündung

Ursachen der akuten Mittelohrentzündung

Bakterielle Infektionen sind meist die Auslöser einer Mittelohrentzündung. So können die Bakterienstämme der Pneumokokken, Streptokokken, Staphylokokken, Influenzabakterien oder die Auslöser von Halsentzündungen (Moraxella catarrhalis) die Mittelohrentzündung verursachen. Diese gelangen über die Nase in den Verbindungskanal zum Ohr und setzen sich dort fest. Eine weitere Möglichkeit, das Ohr mit den Bakterien zu infizieren, bietet das Blut.

Es gibt aber auch bestimmte Viren, welche eine Otitis media auslösen. Diese werden über das Blut ins Ohr transportiert. Meist entstehen die Virusinfekte als Folge einer Erkältung, also eines Infektes in den oberen Luftwegen (Mund, Hals, Nase). Es ist möglich, dass die Viren allein ihr Unwesen treiben, sie können aber auch förderlich für eine Bakterieninfektion sein. Ist das Trommelfell verletzt, z. B. gerissen, so muss darauf geachtet werden, dass die Keime nicht von außen eindringen können, beispielsweise beim Baden.

Diagnostik einer Otitis media

Der Gehörgang sowie die Trommelfelle werden beim Hals-Nasen-Ohren-Arzt mithilfe eines medizinischen Gerätes, das den Namen Otoskop trägt, untersucht. Dabei handelt es sich um einen beleuchteten Ohrtrichter, mit dem der HNO-Arzt von außen ins Ohr schaut. Dann folgt die exakte Untersuchung mit dem Ohrmikroskop. Des weiteren ist ein Hörtest von herausragender Bedeutung.

Anfangs zeigt sich das Trommelfell gerötet, später können keine Details auf dem Trommelfell mehr erkannt werden. Im weiteren Verlauf kommt es zur Vorwölbung des Trommelfells, ein winziger Riss entsteht. Durch diese Perforation kann Eiter austreten. Innerhalb von zwei bis drei Wochen schwillt das Trommelfell wieder ab und der kleine Riss heilt. Die Rötung bildet sich ebenfalls zurück.

Hörstörung nach Otitis media

Eine Mittelohrentzündung geht grundsätzlich mit einer Hörstörung einher. Ist die Entzündung im Ohr rückläufig, bleibt häufig ein Paukenerguss für mehrere Tage oder Wochen zurück. Dieser Paukenerguss führt nun dazu dass der ankommende Schall nicht mehr 1:1 in das Innenohr weitergeleitet werden kann.

Man hört den Schall also gedämpft. Oft empfinden die betroffenen Personen auch einen Druck auf dem Ohr. Es handelt sich hierbei um eine harmlose Folgeerkrankung, die jedoch deutlich vom so genannten toxischen Innenohrschaden abzugrenzen ist.

Die Therapie besteht aus der kurzfristigen Anwendung von Nasenspray. Auch belüftende Maßnahmen können (Anwendung eines Nasenballons – Otobar, Otovent) Abhilfe schaffen. Homöopathisch kann die Heilung mit Apis/Arnica unterstützt werden.

Vor allem bei einer so genannten Grippeotitis, jedoch auch bei jeder anderen Otitis media können die Gifte der Bakterien dazu führen, dass das Innenohr angegriffen wird. Dann entsteht eine Innenohrschwerhörigkeit, die ähnliche Symptome macht wie der akute Hörsturz.

Vom Patienten oder fachfremden Arztgruppen ist dies nicht von einer normalen Hörstörung aufgrund der Mittelohrentzündung zu unterscheiden und wird daher oft übersehen. Bei einem toxischen Innenohrschaden muss dringend gehandelt werden, um größeren, bleibenden Schaden zu vermeiden. Hier sollte an eine frühzeitige Paracentese gedacht werden.

Symptome der Mittelohrentzündung

Oft geht der Mittelohrentzündung eine Erkältung voraus, aber nicht immer muss das der Fall sein. Bis zu zwei Tagen dauert die Entzündungsphase an. Sie ist gekennzeichnet durch starke, pulsierende Ohrenschmerzen und pochende Ohrgeräusche. Der Patient kann schlechter hören. Bei manchen Betroffenen reagiert auch der Warzenfortsatz am Schläfenbein schmerzhaft auf Druck. Die Mittelohrentzündung geht mit Fieber und allgemeinem Unwohlsein bis zum Erbrechen einher.

Löst ein Virus die Mittelohrentzündung aus, dann kann zu diesem Zeitpunkt bereits die Heilung einsetzen. Während der viralen Otitis treten auf dem Trommelfell auch häufig Blasen auf. Diese sind mit blutiger oder drüsensekrethaltiger Flüssigkeit gefüllt. Der Arzt spricht von einer Myringitis bullosa. Wenn diese Blasen platzen, verursachen sie blutigen Ausfluss oder es tritt das Sekret in Form von wässrig-gelber Flüssigkeit aus. Es kann schon nach einigen Stunden vorkommen, dass die Blasen sich öffnen.

Wird die Mittelohrentzündung hingegen von Bakterien ausgelöst, dann dauert es noch drei bis acht Tage, die als Abwehrphase bezeichnet werden. Innerhalb dieser Zeit entsteht häufig ein kleiner Riss (Perforation) des Trommelfells, durch den Eiter abfließen kann. Danach setzt die Heilungsphase ein. Schmerzen sowie Fieber lassen nach. Der HNO-Arzt verkürzt die Heilungsphase, indem er ein Antibiotikum verordnet. Möglicherweise kann dadurch auch der Durchbruch des Trommelfells verhindert werden. Das Hören ist aber auf dem erkrankten Ohr stark vermindert, es gibt häufig Knallgeräusche und Sprache hört sich so an, als wäre man unter Wasser. Noch weitere zwei Wochen bis zu einem Monat dauert es bis zur vollständigen Ausheilung.

Wie häufig kann man an akuter Mittelohrentzündung

Viele Patienten haben die ersten Mittelohrentzündungen in der Kindheit. Schon Säuglinge können anfällig für diese schmerzhafte Erkrankung sein. Das hängt damit zusammen, dass die Verbindung zwischen Nasenrachenraum und Ohr, die so genannte Eustachische Röhre, bei Kindern kurz und weit ist. Dadurch können die Bakterien (und auch Viren) leicht in die Ohren eindringen und so zu einer Mittelohrentzündung führen.

Komplikationen einer Mittelohrentzündung

Nicht immer verheilt eine Mittelohrentzündung komplikationslos. Im Laufe der Erkrankung oder auch während des Heilungsprozesses können noch Begleiterkrankungen und Folgeerscheinungen auftreten:

der knöcherne Warzenfortsatz des Schläfenbeines entzündet sich (Mastoiditis), gekennzeichnet durch neue Schmerzen, schmerzhafte Schwellung hinter dem Ohr, eitrigem
Ausfluss nach ungefähr zwei oder drei Wochen (bei Kindern früher) – dann muss operiert werden! Die Mastoiditis ist eine Entzündung der Schleimhäute in den Hohlräumen der Knochen hinter dem Ohr. Dieser Bereich (Mastoid) schwillt stark an und füllt sich mit Eiter. Geht die Entzündung weiter kann es zu einer lebensbedrohlichen Hirnhautentzündung oder sogar Sepsis kommen. Eine solch starke Entzündung wird heute aufgrund der modernen Medikamente jedoch nur noch selten beobachtet. Eine Operation ist häufig die Folge.

Selten: Sinusvenenthrombose in den großen Hirngefäßen (häufige Ursache für Schlaganfall)

Hirnhautentzündung

Hirnabszess (Eiteransammlung im Gehirn)

Blutvergiftung (Sepsis)

das Innenohr entzündet sich (Labyrinthitis), gekennzeichnet durch Schwindelgefühle,
zunehmende Taubheit

Lähmung des Gesichtsnervs, Trigeminusneuralgie

Vernarbungen des Trommelfells, Verwachsungen an den Gehörknöchelchen mit bleibender Schallleitungsschwerhörigkeit, vor allem bei hoher Entzündungshäufigkeit

Toxischer Innenohrschaden: Vor allem bei einer so genannten Grippe Otitis, jedoch auch bei jeder anderen Otitis media können die Gifte der Bakterien dazu führen, dass das Innenohr angegriffen wird. Dann entsteht eine Innenohrschwerhörigkeit, die ähnliche Symptome macht wie der akute Hörsturz. Vom Patienten oder fachfremden Arztgruppen ist dies nicht von einer normalen Hörstörung aufgrund der Mittelohrentzündung zu unterscheiden und wird daher oft übersehen. Bei einem toxischen Innenohrschaden muss dringend gehandelt werden, um größeren, bleibenden Schaden zu vermeiden.


Behandlung

Betroffene sollten sich viel ausruhen und körperlich schonen. Der HNO-Arzt wird entzündungshemmende Medikamente, z. B. Ibuprofen verordnen. Lange Zeit wurden früher auch Penicillinspritzen bei akuter Mittelohrentzündung zur Heilungsbeschleunigung verwendet. Weiterhin helfen spezielle Nasensprays oder -tropfen, den Hals-Nasen-Rachen-Raum abzuschwellen.

Ärztliche Kontrolle ist bei einer Otitis immer zu empfehlen, wird aber von den meisten Patienten auch durch die starken Schmerzen selbst angestrebt. Zwei bis drei Tage kann man unter der Kontrolle des HNO-Arztes warten, ob sich die Otitis von allein bessert. Normalerweise kann die Mittelohrentzündung nämlich abheilen, ohne dass sie behandelt werden muss.

Tritt jedoch keine Beschwerdebesserung ein, dann lässt sich eine Antibiotika-Gabe nicht vermeiden. Der Arzt verwendet dazu Medikamente, wie Amoxicillin (Penicillin). Leidet der Betroffene jedoch unter einer Penicillinallergie, dann sind Clarithromycin oder Azithromyzin als Breitbandantibiotika gegen viele Bakterienarten die Mittel der Wahl. Ohne diese starken Medikamente könnten die gefürchteten Komplikationen auftreten.

Die Homöopathische Therapie der Mittelohrentzündung

Vor Schemata in der Homöopathie sei gewarnt, jedoch hat sich folgendes Schema in der akuten Therapie bewährt:
Aconitum D30 (insgesamt 3x5 Globuli im Abstand von 2 Stunden; Beispiel: 5 Glb. um 12 Uhr, 5 Gbl. um 14 Uhr und 5 Gbl. um 16 Uhr; danach ist die Gabe von Aconitum vorbei!)
Belladonna D30 (insgesamt 3x5 Globuli im Abstand von 12 Stunden);
Pulsatilla D6 alle 2 Stunden bis zur Besserung, danach 3x5 bis zur Genesung;
Capsicum D6 als 5 Gbl. bei Bedarf als Schmerzmittel

Hausmittel

Auch diverse Hausmittelchen können zur rascheren Genesung und Beschwerdelinderung beitragen. So empfehlen erfahrene Großmütter Rotlicht gegen Mittelohrentzündung. Die Lampe darf aber nicht zu lange und zu nah am Ohr eingesetzt werden, damit es nicht unangenehm heiß wird.

Wärme tut bei Otitis immer gut. Man kann auch ein Zwiebelsäckchen oder ein Kartoffelsäckchen einsetzen. Dazu werden Zwiebeln glasig gebraten bzw. Kartoffeln weich gekocht, zerstampft und in ein Leinentuch gelegt. Nachdem das Ganze etwas abgekühlt ist, legt man das angenehm warme Tuch für etwa 30 Minuten lang auf das erkrankte Ohr.

Da Zwiebeln von alters her eine antibakterielle Wirkung nachgesagt wird, kann man ebenso Zwiebelsaft ins Ohr geben. Dabei werden kleine Zwiebelstücke in einer Knoblauchpresse zerdrückt und dabei der Saft aufgefangen. Diesen kann man mithilfe einer Spritze ins Ohr geben. Auch mit einem Wattestäbchen kann der Saft ins Ohr eingebracht werden. Ebenfalls kann man den Saft einer Pflanze namens Sempervivum bzw. Hauswurzen ins Ohr träufeln. Teebaumöl kann mit einem Wattestäbchen vorsichtig ins Ohr gebracht werden.

Ein wärmender Schal oder Waschlappen halten das betroffene Ohr schön warm. Auch getränkte Tücher oder Kissen mit entzündungshemmender Arnika können Linderung bringen. Alternativ kann mit einer Rheumasalbe Wärme entwickelt werden. Bockshornkleesamen-Brei erhitzen und in ein Tuch oder einen heißen Heublumensack aufs Ohr legen hat den gleichen Effekt. Der Wärmeeffekt lässt sich mithilfe einer Mütze, oder angewärmten Wärmflasche (nicht heiß) intensivieren. Man kann auch das Ohr über die aufsteigenden Dämpfe eines Kamillendampfbades halten.

Einen Wattebausch, -pad bzw. -stopfen ins Ohr stecken wird von Ärzten übrigens nicht empfohlen, da dieser mit dem Sekret verkleben kann und sich so möglicherweise die Entzündung verschlimmert.
Öfters einen Kaugummi kauen, trägt zur Linderung bei. Durch die Kaubewegungen wird die Verbindung zwischen Mittelohr und Mundhöhle (Eustachische Röhre) geöffnet, das Ohr entlüftet und bleibt trocken. So können sich die Bakterien, welche die Ursache für die Otitis sind, erst gar nicht ansiedeln.

Auch wenn es schmerzt, sollte man versuchen, auf dem betroffenen Ohr zu liegen, weil dadurch das Sekret ablaufen kann. Es ist günstig, wenn das Kopfkissen dabei etwas erhöht ist und man nicht flach liegt.

Im homöopathischen Bereich können beispielsweise Otovowen-Tropfen aus Aconitum napellus dil. D6, Chamomilla recutita, Echinacea purpurea, Capsicum annuum dil. D4, Hydrargyrum cyanatum dil. D6, Natrium tetraboracicum (=Borax) dil. D4, Jodum dil. D4, Hydrastis canadenis dil. D4, Sangulnaria canadensis neg. und Sambucus nigra.

Sämtliche Hausmittel und die homöopathischen Tropfen stellen eine ergänzende Hilfe dar, sie ersetzen nicht die Diagnose und Behandlung, was von einem Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde (Otologen) durchgeführt werden muss. Die Hausmittel können lediglich für Linderung sorgen. Die angegebenen Mittel haben sich vielfach bewährt und wirken sich positiv auf das schmerzende Ohr und dessen Umgebung aus. Die beschriebenen Hausmittel werden übrigens nicht nur bei Mittelohrentzündung, sondern auch bei allgemeinen Ohrenschmerzen zur Linderung eingesetzt.

Eine Mittelohrentzündung ist bei Kindern „normal“

Eine Mittelohrentzündung bei Kindern ist in der HNO Praxis nichts ungewöhnliches. Täglich suchen besorgte Eltern mit ihren oft leidenden Kindern den Hals- Nasen- Ohrenarzt auf.

Die akute Otitis media (Mittelohrentzündung) ist meistens Folge einer fortgeleitenden Infektion des Nasen- und Nasenrachenraumes über die Ohrtrompete (Tuba auditiva). Gerade Kleinkinder leiden besonders häufig unter einer Mittelohrentzündung. Dies liegt am besonderen Verlauf der Ohrtrompete und deren geringeren Länge im Kindesalter.

In einer neuen Studie einer deutschen Forschergruppe aus dem Jahr 2009 wurden insgesamt 3097 Neugeborene über die ersten 6 Jahre beobachtet. Danach erkrankten im ersten Lebensjahr 18,4 % der Kinder an einer Otitis media (Mittelohrentzündung), im zweiten Lebensjahr 25,6 % und im dritten Jahr 18,4 % der Kinder. Nach 6 Jahren haben 2/3 aller Kinder bereits eine Mittelohrentzündung durchgemacht.

Diese Daten belegen, dass erstens Kinder bedeutend häufiger an einer Mittelohrentzündung erkranken als Erwachsene und zweitens, dass eine Otitis media zur Entwicklung eines Kindes dazu gehört.

Eur J Pediatr. 2009 Oct;168(10):1251-7. Epub 2009 Jan 23.
Burden of otitis media and pneumonia in children up to 6 years of age: results of the LISA birth cohort.
Schnabel E, Sausenthaler S, Brockow I, Liese J, Herbarth O, Michael B, Schaaf B, Krämer U, von Berg A, Wichmann HE, Heinrich J; LISA Study Group.
Institute of Epidemiology, Helmholtz Zentrum Munich, Center for Environment and Health, 85764 Neuherberg, Germany. schnabel@helmholtz-muenchen.de

Muttermilch schützt Kinder vor Mittelohrentzündung

Die Mittelohrentzündung gehört zu Kindern wie die Nacht zum Tag. Beides ist vollkommen normal. Knapp 2/3 aller Kinder haben bis zu ihrem 6. Lebensjahr mindestens einmal eine Mittelohrentzündung (Otitis media).

Welches Elternpaar kennt nicht die durchgewachten Nächte am Bett des Kindes, das sich schmerzverzerrt in den Schlaf weint.

Nahezu täglich fragen besorgte Eltern in der HNO Praxis nach, was sie vorbeugend unternehmen können. Eine Studie aus den Vereinigten Staaten konnte nun beweisen, dass Kinder, die gestillt werden deutlich weniger unter einer Mittelohrentzündung leiden.
Untersucht wurden drei Gruppen, die eine wurde nur gestillt, die zweite wurde gestillt und erhielten industrielle Kost und die dritte Gruppe erhielt nur industrielle Kost.

Nach zwei und sechs Monaten wurde dann untersucht, ob es zu einer Mittelohrentzündung gekommen war. Das Ergebnis war erstaunlich: Besonders nach 6 Monaten zeigte sich eine deutliche Überlegenheit der gestillten Gruppen. Dort hatten die wenigsten Kinder unter einer Otitis media gelitten.

Daraus ergibt sich ein klares Statement für das Stillen. Damit gerechnet haben wir schon lange. Die Studie von Sabirov liefert dazu die harten Fakten.

Quelle:

Pediatr Res. 2009 Nov;66(5):565-70.
Breast-feeding is associated with a reduced frequency of acute otitis media and high serum antibody levels against NTHi and outer membrane protein vaccine antigen candidate P6.
Sabirov A, Casey JR, Murphy TF, Pichichero ME.

Department of Microbiology/Immunology, University of Rochester, Rochester, New York 14627, USA.