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Ohrenschmalz

Ohrenschmalz, Cerumen, Zerumen

Der Ohrenschmalz ( Cerumen oder Zerumen) wird von speziellen Drüsen im Gehörgang gebildet.

Der Gehörgang ist eine nach hinten durch das Trommelfell verschlossene Röhre. Im Gehörgang ist es warm und wenn wir Schwitzen wird es auch noch feucht. Das alles sind ideale Bedingungen für eine Entzündung. Bakterien und Pilze fühlen sich in diesem Milieu richtig wohl.

Da die Natur nicht dumm ist, hat Sie dem Gehörgang und dem Ohrenschmalz wichtige Funktionen zugedacht.

Die Funktion des Ohrenschmalz (Cerumen)

Der Ohrenschmalz wirkt gegen Bakterien und gegen Pilze und hat somit eine wichtige Schutzfunktion für diese Körperhöhle. Der Geruch des Ohrenschmalzes wirkt abstoßend auf Insekten und er ist klebrig, damit Fremdkörper (Sand, Haare, Staub) darauf haften bleiben und über den natürlichen Weg wieder aus dem Ohr gelangen.

Welche Symptome macht ein Pfropf im Ohr?

Das Hauptsymptom ist die Hörminderung. Typischer Weise tritt diese nach dem Baden (Schwimmen) oder Duschen auf. Der Pfropf quillt wegen des Wassers auf und verstopft den Gehörgang. Dies führt neben einer Hörminderung auch oft zu einem Druck auf dem Ohr und führt manchmal auch zu einem Taubheitsgefühl, das bis ins Gesicht reichen kann.

Die Reinigung des Gehörganges...

Was? Der Ohrenschmalz wird von alleine nach außen transportiert?

Ja, sie haben richtig gelesen der Ohrenschmalz wird ohne unser Eingreifen aus dem Ohr heraus transportiert. Die Natur hat auch hier simple Mechanismen entwickelt, damit der Ohrenschmalz wieder aus dem Gehörgang herauskommt.

Wie kommt der Ohrenschmalz aus dem Ohr?
Zum Einen wird die oberste Hautschicht wird vom Mittelpunkt des Trommelfells nach außen hin zirkulierend erneuert, zum anderen sorgen die Kaubewegungen für ein Transport nach Außen.

Das funktioniert seit Millionen Jahren hervorragend. Dann kam der homo sapiens .... hurra. Die Natur hat nicht damit gerechnet, dass wir Seife erfinden. Als wir dann auch noch Haarspray erfunden haben war die Katastrophe perfekt.
Der cleverste Schachzug des Menschen war die Erfindung des Wattestäbchens:

Vergleichen Sie den Gehörgang mit einer Kanone auf einem Piratenschiff. Nachdem das Pulver mit dem Kanonenstopfer festgetopft wurde wird darauf auch noch die Kugel festgestopft - damit es ordentlich bummst! - Der Kanonenstopfer wird definitiv nicht dazu gebraucht, um das Rohr zu reinigen - so dumm waren die Menschen damals nicht. Heutzutage (Kanonen und Vorderlader sind ja abgeschafft) fehlt dieses immense Fachwissen und viele versuchen mit dem Wattestäbchen das Ohr zu reinigen. Klingelt´s bei Ihnen? Das geht nicht!

Hätte Gott gewollt, dass der Mensch in das Ohr hineinkommt, hätte er ihm einen Finger gegeben, der reinpasst!

In Ihrem eigenen Interesse: Lassen Sie die Hände davon! Und das gilt nicht nur für die Verwendung von „Ohrenstäbchen“, sondern für alle Hilfsmittel (Ohrhäkchen, „Herr Doktor, da gibt es ein Spray“, Schlüssel, Haarklammern, Streichhölzer uvm. )

Die Risiken, die bei Eigenmanipulation auftreten sind erheblich:

Gehörgangsekzem (Jucken im Ohr)
Loch im Trommelfell
Gehörgangsverletzung
Gehörgangsentzündung

Was kann man nun tun wenn das Ohr verstopft ist?
Ist das Ohr schon verstopft hilft nur der Gang zum Facharzt für Hals- Nasen- Ohrenheilkunde. Verzichten Sie bitte bewusst auf eine Eigenmanipulation. Der HNO Arzt wird sich dem Problem gerne widmen. Nur er kann unter dem Mikroskop das Malheur fachmännisch beseitigen. Er benutzt entweder kleine Häkchen, einen Sauger oder spült den Gehörgang vorsichtig aus.

Vorbeugen kann man schon!
Sollten Sie einen trockenen Gehörgang besitzen, so kann man mit Ölen arbeiten. Entweder benutzen sie Olivenöl oder ein Produkt der Industrie.