Otitis externa - Gehörgangsentzündung

Plötzlich starke Ohrenschmerzen - Otitis externa?

Massive Ohrenschmerzen mit eitrigem Ausfluss können ein Hinweis auf eine Entzündung des Gehörganges (Otitis externa) sein.

Eine Entzündung des Gehörganges (Otitis externa) geht mit mäßig bis starken Ohrenschmerzen einher. Es handelt sich in den meisten Fällen um eine bakterielle Entzündung des Gehörganges. In seltenen Fällen wird eine Otitis externa auch von Pilzen (Ohrmykose) hervorgerufen.

Es entstehen stechende und bohrende Ohrenschmerzen mit Tragusdruckschmerz und Schmerz beim Ziehen an der Ohrmuschel. Gleichzeitig findet sich ein eitriges Sekret im Gehörgang, welches gelegentlich aus dem Ohr heraus läuft. Die Entzündung kann sich auf die Ohrmuschel ausdehnen und eine Peichondritis verursachen.. Der Gehörgang ist stark geschwollen, das Trommelfell ist nicht selten aufgrund der starken Schwellung, nicht mehr zu beurteilen und die Patienten klagen neben den Schmerzen auch über einen Hörverlust auf der betroffenen Seite. Im Tonaudiogramm findet sich eine typische Schallleitungsschwerhörigkeit.

Ohrenschmerzen nach dem Baden oder Schwimmen?

Sehr häufig tritt die Infektion des Gehörganges im Sommer nach dem Baden (Badeotitis) auf. Im Feuchten und Warmen fühlen sich Bakterien nämlich besonders wohl. Vor allem in südländischen Gefilden spielt auch der Bakteriengehalt von manchen Hotelpools eine herausragende Bedeutung. Aber auch der mechanische Reiz, durch Ohrstöpsel bei der Arbeit oder zur Verminderung des Schnarchgeräusches des Partners, können durch den mechanischen Reiz zur Entzündung des Gehörgangs führen. Die zweithäufigste Ursache ist sicherlich die Manipulation mit Wattestäbchen, Haarnadeln oder sonstigen Gegenständen zur Ohrreinigung.

Pickel im Ohr? Furunkel?

Bei einem Pickel im Ohr kann es sich um eine Otitis externa circumscripta handeln. Diese Krankheit ist auch als Furunkel im Ohr bekannt. Am Gehörgangseingang wachsen kleine Haare. Entzündet sich nun ein solcher Haarbalg, bildet sich ein kleiner Abszess. Diese besondere Form der Gehörgangsentzündung ist äußerst schmerzhaft. Dir Therapie der Wahl besteht in der Eröffnung des Abszesses durch einen kleinen Schnitt. Die massive Ohrenschmerzen lassen dann meist spontan nach und die Wunde heilt innerhalb weniger Tage.

Diabetes und Ohrentzündung

Einen besonders dramatischen Verlauf kann eine Gehörgangsentzündung bei Diabetikern nehmen. Im Süssen fühlen sich Bakterien bekanntlich besonders wohl und können dort zur Otitis externa maligna führen. Hier muss stets hochdosiert - meist stationär - antibiotisch behandelt werden. Gelegentlich muss auch das erkrankte Gewebe operativ entfernt werden. Aus diesem Grund sollte man die Indikation zur Antibiose mit Ciprofloxacin bei Diabetikern großzügig stellen.

Auf die richtige Behandlung kommt es an!

Die Therapie der Wahl besteht in der Säuberung des Gehörganges, Absaugen des eitrigen Sekretes, Desinfektion mit 70 %igem Alkohol und Einbringen eines Salbenstreifens. Bei sehr starken Entzündungen, sollte man auch an eine Antibiose mit Ciprofloxacin denken. Ist die Entzündung rückläufig, so kann mit Ohrentropfen weiter behandelt werden. Die Auswahl des Antibiotikums richtet sich hierbei nach dem häufigsten Erreger, dem Pseudomonas aeruginosa.

Gehörgangsentzündung - Auf einen Blick

Ursachen

  • Bakterien
  • Pilze (selten)

Symptome

  • Starke Ohrenschmerzen
  • Druck auf dem Ohr
  • Ohrfluß
  • Hörminderung / Dumpfes Gefühl
  • Tragusdruckschmerz

Diagnostik

  • Blickdiagnose: Der Ohrenarzt erkennt in der Untersuchung mit dem Ohrmikroskop sofort die Gehörgangsentzündung
  • Abstrich: Hat die initiale Therapie keinen Erfolg, kann ein Abstrich aus dem Gehörgang den Keim erkennen und dem Arzt die passenden Antibiotika nennen.
  • Hörtest: Ein Hörtest sollte bei allen Ohrerkrankungen dazu gehören. Der HNO Arzt bedient sich der Tonaudiometrie und des Tympanogrammes.

Therapie

  • Absaugen des Eiters und des Cerumen (Ohrenschmalz)
  • Desinfektion und Reinigung des Gehörganges (z.B. mit Alkohol oder Wassterstoffperoxid (H2O2)
  • Einbringen eines Salbenstreifens (lokalwirksames Antibiotikum (meist Gentamycin) und abschwellendes Kortison)
  • Ohrentropfen
  • Antibiotikum (z.B. Ciprofloxacin über 5 Tage = nur bei massiver Entzündung oder Diabetes sinnvoll)
  • Schmerzmittel (z.B. Diclofenac / Ibuprofen)

Die Krankheites des Ohres: