Chronische Otitis media

Chronische Mittelohrentzündung

Die chronische Mittelohrentzündung (chronische Otitis media) ist eine Entzündung der Ohrenschleimhaut oder der Knochen im und am Ohr. Das prägnanteste Merkmal der chronischen Mittelohrentzündung ist ein dauerhaftes Loch im Trommelfell. Bei beiden Arten der Mittelohrentzündung kommt es zu dauerhaftem, eitrigen (nur bei der Entzündung der Ohrenschleimhaut geruchslosem) Ausfluss aus dem Ohr.
Die beiden Arten der chronischen Mittelohrentzündung sind: 1. die chronische Schleimhauteiterung und 2. die chronische Knocheneiterung.
Die chronische Schleimhauteiterung ist eine Entzündung ausschließlich der Schleimhaut und zeigt sich bei der Untersuchung durch eine gerötete, verdickte Schleimhaut der Paukenhöhle sowie ein Loch im Trommelfell.
Bei der chronischen Knocheneiterung hingegen sind zusätzlich zur Entzündung der Schleimhaut im Mittelohr auch noch die Gehöhrknöchelchen in Mitleidenschaft gezogen, was bis zur Zerstörung der Knöchelchenkette führen kann.

Krankheitsverlauf

Der Krankheitsverlauf der chronischen Schleimhauteiterung ist relativ komplikationsfrei. Meistens geschieht die Infektion über Bakterien, die auf vielfältige Art und Weise in das Ohr gelangen können. Ein Beispiel wäre durch verunreinigtes Wasser, in dem geschwommen wurde.
Nach der Infektion mit dem Bakterium entzündet sich die Schleimhaut im Innenohr schnell und weist die alsbald die typische Rötung und Schwellung auf. Mit leichten bis mittelstarken Schmerzen einhergehend setzt dann auch der eitrige, aber geruchslose Ausfluss aus dem Ohr ein. Obwohl chronisch, gibt es bei der Entzündung der Mittelohschleimhaut immer Zyklen mit Beschwerden und solche ohne. Das am stärksten wahrgenommene Symptom (neben dem Ausfluss) ist die eingeschränkte Hörfähigkeit auf dem infizierten Ohr.
Zu Komplikationen kommt es selten, da die Gehörknöchelchen in der Regel nicht in Mitleidenschaft gezogen werden und eine Heilung so erleichtert wird.

Der Krankheitsverlauf der chronischen Knocheneiterung ist in der Regel deutlich schwerer und auch schmerzhafter als der, der chronischen Schleimhauteiterung. Da hier neben der entzündeten Schleimhaut des Innenohres auch die Gehörknöchelchen stark betroffen sind, kommt es ohne entsprechende Behandlung zur Zerstörung der Gehöhrknöchelchenkette, was im schlimmsten Fall zu einem vollständigen Verlust der Hörfähigkeit des betroffenen Ohres führen kann.
Über Jahre hinweg macht sich die chronische Knocheneiterung durch Druck im Innenohr, der Minderung des Hörvermögens und einen stark riechenden eitrigen Ausfluss bemerkbar.
Wenn Komplikationen auftreten, äußern sich diese in Schwindel, Erbrechen, Fieber, Schüttelfrost, Ertaubung und einer Lähmung des Fazialisnervs, der für die Funktion der Gesichtsmuskulatur verantwortlich ist. Im schlimmsten Fall kann die Entzündung auf diesen Gesichtsnerv übergreifen und eine teilweise Lähmung des Gesichts herbeiführen.

Komplikationen

Die chronische Schleimhauteiterung verläuft normalerweise ohne Komplikationen. Die chronische Knocheneiterung hingegen verursacht häufig schwere Komplikationen, wie oben beschrieben. Zusätzlich kann sich ein Cholesteatom bilden. Dabei wuchern im Ohr Hautschichten übereinander, die mit einer entzündlichen Oberfläche umgeben sind und den Gehöhrgang noch zusätzlich verschließen. Der dadurch verhinderte Ablauf der Sekrete und der Sauerstoffabschluss verschlimmern noch die Entzündung.

Diagnostik

Beide Entzündungen des Mittelohres können am Besten durch die Betrachtung des Gehörgangs und des Mittelohres festgestellt werden. Zusätzlich wird per Abstrich in der Regel der entsprechende Erreger nachgewiesen, um eine optimale Behandlungsform zu finden. Denn nicht jedes Bakterium reagiert auf jedes Antibiotikum!
Ein Audiogramm und ein Tympanogramm geben neben einer Röntgenaufnahme letztendlich die definitive Diagnose. Um die Ausdehnung des Befundes besser abschätzen zu können, wird mittlerweile routingemäßig ein Computertomogramm des Felsenbeines angefertigt.

Behandlunge der chronischen Otitis media

Um die chronische Schleimhauteiterung zu heilen ist zunächst die genaue Art des Erregers zu bestimmen. Danach wir dann in der Regel mit einer flüssigen Lösung das Antibiotikum ins Ohr geträufelt. Durch das Loch im Trommelfell erreicht das Medikament den Einsatzort im Mittelohr und bekämpft dort direkt die Entzündung. Zur Unterstützung des Heilungsprozesses wird der Gehörgang gereinigt. Außerdem werden mit Nasentropfen die Nasennebenhöhlen frei gehalten, um auch auf diesem Wege den Druck im Ohr zu mindern.
Eventuell kann zusätzlich die Gabe von Antibiotika in Tablettenform angeordnet werden.
Bei der chronischen Knocheneiterung verfährt man ähnlich, allerdings sind die oben beschriebenen Maßnahmen dann eher die Vorbereitung einer Operation, die meistens unumgänglich ist.

Die Krankheites des Ohres: