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Septumdeviation

Verbiegung der Nasenscheidewand

Wenn man ständig keine Luft durch die Nase bekommt oder immer wieder unter einem Schnupfen vielleicht auch unter einer Nasennebenhöhlenentzündung leidet, dann könnte das an einer Verbiegung der Nasenscheidewand leiden. Der Mediziner nennt dies eine Septumdeviation. Betroffene haben eine Behinderung der Nasenatmung, Druck auf der Nase oder dem Gesicht und leiden unter wiederkehrenden Infekten.

Die ca. 10 cm lange und 5 cm hohe Nasenscheidewand verursacht zum Glück bei den meisten Menschen keine Probleme, auch wenn sie etwas krumm ist (Septumdeviation). Die wenigsten Menschen besitzen eine gerade Nasenscheidewand. Und viele mit einem verbogenen Septum, haben Symptome, die dann eine Operation notwendig erscheinen lassen.

Für sie als interessierten oder sogar selbst betroffenen Menschen habe ich hier die wertvollsten Informationen über die Verbiegung der Nasenscheidewand, deren Symptome und auch über die möglichen Therapiemaßnahmen zusammengestellt.

Anatomie der Nase und der Nasenscheidewand

Die Nasenscheidewand ( das Septum) befindet sich in der Mitte der Nase und teilt die Nase in zwei nahezu gleich große Nasenhaupthöhlen. Im vorderen Bereich besteht sie aus Knorpel und im hinteren Bereich auch einem dünnen Knochen. Am vorderen Ende bildet sie den stabileren Teil des Nassensteges (Columella). Der untere Teil liegt dem harten Gaumen auf der obere Teil reicht bis an die vordere Schädelgrube.

Ursachen

Nun kann es vorkommen, dass aufgrund eines Unfalls (Trauma) oder weil es die Natur so wollte, die Nasenscheidewand nach einer oder sogar beiden Seiten verbogen ist. Auf der stärker betroffenen Seite bekommt der Mensch dann weniger Luft. Oft ist nicht einmal die Nasenscheidewand massiv verbogen, sondern nur die Nasenmuscheln ( Schwellkörper der Nase ) vergrößert. In diesen Fällen reicht eine kleine, schonende Nasenoperation aus.

Symptome

Wie bereits oben beschrieben, ist das Hauptsymptom einer Nasenschweidewandverbiegung (Septumdeviation) die behinderte Nasenatmung. Betroffene bekommen einfach immer oder zumindest sehr oft schlecht Luft durch die Nase. Andere Symptome kann eine erhöhte Infektanfälligkeit sein oder sogar wiederkehrende Halsschmerzen oder rezidivierende Heiserkeit.

Die Nase ist unser einziges Atmungsorgan. Sie erwärmt und befeuchtet die eingeatmete Luft und reinigt sie von kleinsten Partikeln. Funktioniert diese Nasenatmung nicht, atmen wir automatisch mehr durch den Mund, der dafür aber nicht vorgesehen ist.

Die Luft wird also nicht mehr so richtig erwärmt und auch nicht optimal befeuchtet. Diese suboptimale Luft gelangt nun in den Rachen, auf die Stimmbänder und in die Luftröhre. Kein Wunder, dass diese mit einer Reizung oder sogar mit einer Entzündung reagieren.

Oft sind es Sportler, die bei körperlicher Anstrengung merken, dass sie schlecht Luft durch die Nase bekommen. Aber auch Menschen mit Sprechberufen merken, wenn sie länger Reden, dass sie immer wieder Heiser werden. Zugegeben - das ist kein klassisches Symptom, aber in manchen Fällen ursächlich mit einer Septumdeviation verknüpft.

Wieder andere leiden unter wiederkehrenden Verkrustungen im Naseneingang oder generell in der Nase. Diese Verkrustungen entstehen durch trockene Schleimhäute und können durch einen falschen Luftfluss in der Nase entstehen.

Nicht wenige Menschen, die unter einer Nasenscheidewandverbiegung leiden, berichten von einem lästigen Druck auf den Ohren. Dieser kann ständig vorhanden sein oder nur gelegentlich.

Hinter der Nase, im so genannten Nasenrachen (Epipharynx) befindet sich der Eingang zur Ohrtrompete (Eustach´sche Röhre), die den Nasenrachen mit dem Mittelohr verbindet. Wir alle kennen das Phänomen, dass wir uns Luft in die Ohren blasen können.

Wird dieser Abschnitt nicht richtig belüftet, dann entsteht ein Unterdruck auf dem betroffenen Ohr, manchmal sogar auf beiden Ohren. Besteht der Unterdruck über einen langen Zeitraum kann sich sogar eine chronische Mittelohrentzündung oder ein Cholesteatom bilden. Deshalb werden in vielen solcher Fällen auch zuerst die Nasenscheidewand korrigiert, bevor man die notwendige Ohroperation durchführt.

Ein weiteres Symptom ist die wiederkehrende Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis). Eine schiefe Nasenscheidewand ist sogar eine der Hauptursachen für das Entstehen einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung.

Nicht wenige Patienten berichten auch von Geruchsstörungen oder sogar Geschmacksstörungen. Das so genannte Geruchsepithel befindet sich im "Dachboden" der Nase. Damit die Geruchsempfindung optimal funktioniert, muss diese unter anderem richtig belüftet und befeuchtet sein. Dies ist jedoch bei einer Septumdeviation nicht der Fall und schon kommt es zu einer Geruchstörung. Da das Aroma unseres Essens über den Geruchssinn vermittelt wird, kann es folglich auch zu einer Geschmacksstörung kommen.

Das Schnarchen lässt viele Menschen zunächst an die Nase als Verursacher denken. Wenn ich ihnen aber nun sage, dass die Nase in weniger als 10 - 15 Prozent der Fälle für das Schnarchen verantwortlich ist, sind sie bestimmt überrascht. Jeden Tag besuchen mich Patienten, die ihre Heilung des Schnarchens durch eine Operation der Nasenscheidewand erhoffen und genau so viele muss ich tagtäglich enttäuschen. Nur wenige Schnarcher profitieren von einer alleinigen Begradigung der Nasenscheidewand. Hier müssen andere Faktoren mit berücksichtigt werden.

Fassen wir noch einmal die Symptome einer Nasenscheidewandverbiegung zusammen:

Symptome

  • Behinderte Nasenatmung
  • wiederkehrende Infekte
  • Druck im Gesicht / zwischen den Augen
  • Druck auf den Ohren
  • wiederkehrende Halsschmerzen
  • Heiserkeit
  • trockener Mund
  • Geruchsstörung
  • Schnarchen

Diagnostik

Die Diagnostik der Septumdeviation ist eine der einfachsten im Bereich der Hals- Nasen- Ohrenheilkunde. Der HNO Arzt schaut in die Nase und schon sieht er, ob die Nasenscheidewand verbogen ist oder gerade. Oft benutzt er ein kleines Endoskop, damit er andere Ursachen oder Komplikationen ausschließen kann. Gibt der Patient wiederkehrende Nasennebenhöhlenentzündungen an, sollte man eine Röntgenaufnahme der Nebenhöhlen anfertigen, damit man nicht eine eventuelle chronische Nasennebenhöhlenentzündung übersieht. In manchen fällen ist auch eine Computertomographie erforderlich.

Nützlich ist auch eine Rhinomanometrie. Dieses Messverfahren eraluabt eine Aussage über den Luftstrom durch die Nase. Die meisten HNO Ärzte besitzen ein solches Gerät. Dabei wird eine Sonde in die Nase gesteckt und der Luftstrom gemessen.

Für die Diagnostik ist im Einzelfall auch ein Allergietest sinnvoll, denn nicht jede Behinderung der Nasenatmung ist durch eine Septumdeviation zu erklären.

Therapie

Man kann sich vorstellen, dass eine gekrümmte Nasenscheidewand nicht mit Medikamenten oder Sprays wieder gerade wird. Bei entsprechendem Leidensdruck führt kein Weg an einer Operation vorbei. Diese Operation der Nasenscheidewand nennt der Fachmann Septumplastik. Sie ist in leichteren Fällen ambulant durchführbar, wird aber gewöhnlich stationär durchgeführt.

Viele Menschen haben Angst vor dieser Operation, obwohl sie nicht mit starken Schmerzen einhergeht. Der Hauptgrund für die Bedenken ist die Vorstellung der Nasentamponade, die früher immer und heute nur noch in einigen Zentren benutzt wird. Mittlerweile gibt es moderne Verfahren, die eine Tamponade nahezu überflüssig machen. Nur bei gleichzeitiger, klassischer Nasenmuscheloperation wird noch eine Tamponade benötigt, die jedoch auch durch ein Gel ersetzt werden kann.

Manche Betroffene beschwerden sich, dass sie Jahre nach einem solchen Eingriff erneut unter einer schlechten Nasenluftpassage leiden. In den meisten dieser Fällen sind die Nasenmuscheln wieder vergrößert und können durch einen minimalen, kleinen Eingriff wieder verkleinert werden.

In den wenigsten Fällen kommt es beim Spezialisten zu einer erneuten Fehlstellung der Nasenscheidewand.

Die ganze Operation dauert in erfahrenen Händen knapp eine halbe Stunde und ist wirklich einsegensreicher Eingriff. In den meisten Fällen sind sie danach geheilt und bekommen wieder richtig gut Luft durch die Nase, bzw. so viel Luft, wie sie noch nie bekommen haben. Der stationäre Aufenthalt dauert ca. 2-3 Tage und man fällt ca. zwei Wochen auf der Arbeit aus.

Die Krankschreibung sollte bei Arbeit in Staub oder Schmutz auf bis zu drei bis vier Wochen verlängert werden.

Bis eine Nase komplett abgeheilt ist, vergehen Monate, bei plastischen Operationen der Nase sogar fast ein Jahr.

Alternative zur Septumplastik

Aufgrund der vielen unbegründeten Ängste, die im Internet und im Bekanntenkreis gestreut werden, fragen immer mehr Betroffene nach einer Alternativen zur Nasenscheidewand - Operation. Diesen Menschen kann man sagen: "Ja, es existiert eine Alternative, die aber nicht bei jedem durchgeführt werden kann."

Ist die Nasenscheidewand extrem verbogen, so führt kein Weg an einer Septumplastik vorbei.

In vielen Fällen, kann aber ein kleiner Eingriff segensreich sein. Die Rede ist von der alleinigen Verkleinerung der Nasenmuscheln entweder durch Radiofrequenzchirurgie oder mit Hilfe eines Lasers.

Ein kleiner Test zu Hause kann bereits Aufschluss über den Erfolg einer solchen Operation geben. Man sprüht einfach ein handelsübliches Nasenspray in jedes Nasenloch. Hat man je 3 Hübe in jede Nasenöffnung hineingesprüht und bekommt danach genügend Luft durch die Nase, kann man sich eventuell eine Operation der Nasenscheidewand ersparen. Hier sollten sie aber mit ihrem Hals- Nasen- Ohrenarzt sprechen.

In meiner Praxis führe ich einen ähnlichen Test durch. Ich lege einen Nasenspray - getränktes Schwämmchen in die Nasenhaupthöhlen und lasse es 10 Minuten einwirken. Bekommt der Patient dann genügend Luft, so ist der Weg frei für die schonende Nasenoperation.

Sollte nach dem Eingriff weiterhin Beschwerden bestehen -was nach einem positiven Testergebnis sehr selten der Fall ist -, so ist der Weg für die Operation der Nasenscheidewand weiterhin offen.

Dieser Eingriff erfolgt in meiner Praxis mit dem Laser und wird in lokaler Betäubung durchgeführt.

Wie läuft eine Laserbehandlung der Nase ab?

In beide Nasenlöcher wird zur Betäubung ein kleines Schwämmchen für 10 - 15 Minuten eingebracht. Danach beginnt schon die nahezu schmerzlose Behandlung mit dem Laser. Man spürt ein kleines Kribbeln oder ein leichtes Zwicken in der Nase. Die Laseroperation dauert 5-10 Minuten.

Neben den allgemeinen Operationsrisiken, kommt es nach der Behandlung zu einer vorübergehenden Schwellung der Nasenschleimhaut. Diese kann mit Nasenspray verbessert werden. Nach wenigen Tagen geht die Nase wieder auf und sie bekommen von Tag zu Tag mehr Luft durch die Nase und können endlich wieder frei durchatmen. Nach der Behandlung sind in der Regel keine Schmerzen zu erwarten.

Danach sollte die Nase intensiv mit einer speziellen Nasensalbe oder einem Nasenöl gepflegt werden, denn es können sich Krusten in der Nase bilden, die bald wieder verschwinden. Nach 6-8 Wochen ist die Nase komplett abgeheilt, den positiven Effekt
spüren sie jedoch vorher!

Als weiter Vorteile der Laserbehandlung sind zu nennen:
* kein längerer Ausfall am Arbeitsplatz, wenn man körperlich nicht schwer arbeitet.
* keine Tamponade im Regelfall
* ambulant, ohne Narkose in lokaler Betäubung und daher ohne Narkose - Nebenwirkungen
* auch eine Seite nach der anderen durchführbar, wenn man sich zu sehr vor einer zeitweise verstopfen Nase ängstigt.

Wenn Sie nun weitere Informationen möchten, so schauen Sie doch einfach bei Ihrem Hals- Nasen- Ohrenarzt vorbei oder vereinbaren sie einen Termin in meiner Praxis.

Risiken der Septumoperation

Jeder Patient wird vor einer Septumplastik über die Risiken einer solchen Operation aufgeklärt. Dabei sind selbstverständlich die allgemeinen Risiken einer Operation wie Blutung, Nachblutung, Infektion oder Thrombose zu nennen.

Blutung und Nachblutungsgefahr
In Wahrheit kommt es bei einer Septumplastik nur sehr selten zu einer Nachblutung. Oft entsteht eine Nachblutung nur in Verbindung mit einer klassischen Verkleinerung der Nasenmuscheln (so genannte Muschelkappung). Entweder kommt es am gleichen Tag noch zu einer Nachblutung oder Tage nach der Operation, wenn sich Krusten in der Nase lösen. Kommt es während der Operation zu einer größeren Blutung, so wird die Quelle aufgespürt und "verödet". Dies geschieht mit einer Art elektrischen Pinzette. Kommt es trotz genauer Blutstillung zu einer diffusen Blutung, weil vielleicht eine Gerinnungsstörung noch nie zuvor bemerkt wurde, führt kein Weg an einer Nasentamponade vorbei. Eine Tamponade nach einer Nasenscheidewandkorrektur sollte immer auf beiden Seiten erfolgen. Nur dann kann gewährleistet werden, dass die Wand in der Mitte bleibt und sich nicht nach einer Seite verbiegt. Wie bereits erwähnt kommt es bei der klassischen Muschelkappung, bei der nie Nasenmuscheln mit Hilfe einer Schere gekürzt werden öfter zu einer meist kleineren Nachblutung. Daher tamponiert man bei der klassischen Muschelkappung die Nase meist aus. Benutzte man früher noch richtige Zellstoff-Tamponaden, so kann man diese heute durch modernere Materialien ersetzen. Diese lösen sich sogar von alleine auf und müssen nicht mehr herausgezogen werden.

Infektionen
Auch Infektionen der Nase sind nach einer Operation selten, aber möglich. Nicht nur deshalb muss jede Nase nach jedem operativen Eingriff ordentlich gepflegt werden. Die Infektionen können lokal auf die Nasenschleimhaut begrenzt sein oder sich auf die Nasennebenhöhlen ausdehnen. Dann spricht man von einer klassischen Nasennebenhöhlenentzündung oder Sinusitis. Wegweisend für eine postoperative Infektion sind Fieber und anhaltende, starke schmerzen im Bereich der Nase und der Nasennebenhöhlen.

Die Farbe des Sekretes spielt dabei keine Rolle. Der allgemeine Glaube: "Es ist grün und gelb, also ist es Eiter" hält sich hartnäckig in den Köpfen. Aktuelle Forschungen haben aber ergeben, dass dies absolut nicht stimmt. Auch bei einem banalen Schnupfen stimmt dies nicht.

Formveränderung der Nase
Viele Menschen glauben, dass man nach einer Operation der Nasenscheidewand ein angeschwollenes Gesicht hat und blaue Augen bekommt wie bei einer plastischen Operation der Nase. Das stimmt aber so nicht. Bei normalem Verlauf der Operation sieht man von außen fast nichts außer vielleicht eines leicht geröteten Nasenstegs. In sehr wenigen Fällen kann es jedoch im Verlauf zu einer Formveränderung der Nase, insbesondere des Nasenrückens kommen. Eine so genannte Sattelnase kann entstehen. Die heißt deshalb so, weil die Form der Nase an einen Pferdesattel erinnert. Früher waren diese Sattelnasen häufiger zu beobachten. Das lag an der Operationstechnik. Glaubte man doch über Jahre, man könne den knorpeligen Anteil der Nasenscheidewand einfach entfernen. Die Sattelnase und ein Loch in der Nasenscheidewand (Septumperforation) waren regelmäßig die Folge. In neuerer Zeit begradigt man die Nasenscheidewand außerhalb des Körpers und setzt sie dann wieder an ihren eigentlichen Bestimmungsort. Bei dieser Technik kommt es nur sehr selten zu Formveränderungen der Nase.

Septumperforation
Wie oben beschrieben kann es in wenigen Fällen zu einem bleibenden Loch in der Nasenscheidewand (Septumperforation) kommen. Auch der beste Chirurg ist vor dieser kleinen Komplikation nicht geschützt. In den meisten Fällen ist man trotz Loch in der Nasenscheidewand völlig beschwerdefrei. Bei ungünstiger Lage kann es zu Atemgeräuschen oder sogar zu einem Pfeifen in der Nase kommen. Andere leiden aufgrund der Septumperforation unter wiederholt auftretenden Nasenbluten.

Septumhämatom
Ein Septumhämatom kommt etwas häufiger im Verlauf vor und beschreibt den Zustand, dass sich zwischen Knorpel und Nasenschleimhaut Blut ansammelt - sich also ein Bluterguss (Hämatom bildet).
Bei der Begradigung der Nasenscheidewand löst man gewollt die Schleimhaut vom darunterliegenden Knorpel, damit man den schiefen Knorpel begradigen kann. Damit nun die Schleimhaut wieder mit dem Knorpel verwachsen kann, wird eine Schiene in die Nase eingebracht.
Diese bleibt je nach Operateur zwischen zwei und zehn Tage in der Nase. Trotz dieser Vorsichtsmaßnahme kann es dennoch zu einer Ansammlung von Blut in der Nasenscheidewand kommen. Dies wird dann durch einen kleinen Schnitt in die Nasenschleimhaut entlastet und aufgelöst.
Ein Septumhämatom ist jedenfalls eine ernstzunehmende Komplikation, da der Knorpel keine eigene Blutversorgung hat. Er wird ausschließlich durch das darum liegende Gewebe ernährt. Ist dies nicht mehr der Fall, löst sich Knorpel auf und es entsteht z.B. eine Septumperforation.

Krusten- und Borkenbildung
Je nach Operationsmethode kann es zu mehr oder weniger Krustenbildung in der Nase kommen. Es handelt sich hierbei um Wundsekret, welches eintrocknet. Diese Borken werden in regelmäßigen Abständen von ihrem Hals- Nasen- Ohrenarzt mit einem kleinen Sauger entfernt. Um einer starken Verkrustung vorzubeugen, muss die nase intensiv gepflegt werden. Hierfür stehen Öle, Salben, Emulsionen und Nasenspülungen zur Verfügung.

Geruchsstörung
Durch die oben beschriebene Borkenbildung kann es zu einer vorübergehenden Geruchsstörung kommen. Auch die postoperative Schwellung de Nasenschleimhaut kann das Geruchsempfinden stören. Der absolute Ausnahmefall ist der komplette Geruchsverlust nach einer Operation. Am Dach der Nase befindet sich das so genannte Geruchsepithel. Kommt es dort zu einer Verletzung, kann eine bleibende Geruchsstörung oder sogar ein Geruchsverlust entstehen. Dies ist aber der absolute Ausnahmefall und wird hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt.

Rezidiv
Eine erneute Behinderung der Nasenatmung kann durchaus nach Jahren wieder entstehen. Besonders dann, wenn andere Grundkrankheiten, wie z.B. eine Allergie oder chronische Sinusitis, bestehen. Gerade bei den neuen Verfahren, die Nasenmuscheln schonend zu verkleinern, kann es im Verlauf zu einer erneuten Schwellung kommen. Dann genügt aber ein kleiner Eingriff, vielleicht sogar in lokaler Betäubung und schon ist das Problem gelöst.
Sehr selten rutsch die begradigte Nasenscheidewand erneut ab und führt dadurch zu einer Behinderung der Nasenluftpassage.

Tamponade
Über das Problem der Nasentamponade habe ich bereits berichtet. Heute ist sie nur noch selten notwendig. Nur bei ausgedehnter Resektion der Nasenmuscheln ist eine Tamponade notwendig und diese wird nicht mehr mit Zellstoff sondern oft nur noch mit einem Gel durchgeführt. Der Vorteil der zweiten Methode ist, dass man das Gel einfach in den ersten Tagen nach der Operation absaugen kann.
Kommt es jedoch zu einer Nachblutung, so kann eine Tamponade lebensrettend sein. Da dies aber der Vergangenheit angehört, ist eine ausgestopfte Nase heutzutage nicht mehr notwendig.

Schmerzen
Bei einer Operation der Nasenscheidewand werden in der Nase Knochen gebrochen und bei einer Bodenleiste sogar mit Hammer und Meisel gearbeitet. Das hört sich ziemlich Brutal an und wird sie wohl erschrecken.
Trotz dieser Oeprationsmethoden, die notwendig sind, berichten die wenigsten Patienten nach einer Septumplastik von außerordentlichen Schmerzen. Ja, es ist unangenehm, aber Schmerzen sind selten.

Sensibilitätsstörung
Gefühlsstörungen der Nasenspitze, der Oberlippe und der vorderen Zähne kommen gelegentlich vor. Sie verschwinden jedoch meist im Heilungsverlauf. Der Nerv, der die Oberlippe, den vorderen harten Gaumen und die vorderen Zähne sensibel versorgt läuft am Boden der Nase entlang. Dort kann es nun zu einer richtigen Verletzung des Nervens kommen oder - und das ist der häufigste Fall - zu einer Irritation. Er ist dann quasi "beleidigt" und arbeitet eine bestimmte Zeit nur eingeschränkt.

Weitere Risiken werden in Einzelfällen zwar beschrieben, sind aber komplett zu vernachlässigen. Auch diese Risiken, die ich aufgeführt haben treffen nur sehr wenige Patienten.

Ja, es gibt angenehmere Dinge im Leben, als eine Nasenoperation, aber wenige Dinge sind so effektiv, wie eine Begradigung der Nasenscheidewand durch einen Profi. Man leidet maximal 14 Tage, von denen etwa 3-4 Tage etwas mehr und erhält als Belohnung richtig viel Luft beim Einatmen.

Das Verhalten nach der Operation

Wie bei so vielen Therapien ist auch bei der Septumplastik die Mithilfe des Patienten gefragt. Ohne eine ordentliche, postoperative Nasenpflege ist der Erfolg einer Operation sehr gefährdet. Damit sie wissen, wie man eine Nasenpflege optimal durchführt, habe ich hier die wichtigsten drei Schritte zusammengestellt:
1. Nasendusche
2. Nasenöl
3. Nasensalbe

Wichtigste Regel: NICHT SCHNEUTZEN!
Innerhalb der ersten 10-14 Tage darf die Nase nicht geschneutzt werden. Der Druck der sich dabei aufbaut, kann zu einer Verformung der noch instabilen neuen Nasenscheidewand kommen, Gefäße können aufplatzen und mächtig bluten und das gefürchtete Septumhämatom kann entstehen. Also: FINGER WEG und die Nase hochziehen! …. Apropos Finger weg…. In den ersten Tagen nach der Operation bildet die Nase ein Wundsekret und neigt zum Laufen. Man sollte dieses Sekret zwar abtupfen, aber nur leicht und nicht kräftig abputzen. Folge kann eine schmerzhafte Infektion am Naseneingang sein.