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Nasenbluten

Nasenbluten ist ein Symptom und keine Krankheit. Im Laufe des Lebens hatte wohl jeder schon einmal mehr oder weniger starkes Nasenbluten (Epistaxis). Es tritt bei Kindern genauso auf wie bei Erwachsenen und kann die unterschiedlichsten Ursachen haben. Die Einteilung erfolgt über die Schwere des Nasenblutens. In den meisten Fällen ist die Blutung banal und hört von selbst wieder auf. In manchen Fällen kann die Blutung jedoch auch tödlich verlaufen.

Nasenbluten - Die Ursachen

Nasenbluten
Nasenbluten © detailblick - Fotolia.com

Die unterschiedlichsten Veränderungen der Nasenschleimhaut und der körperliche Zustand eines Menschen können zu einer akuten Blutung führen. In der Winterzeit tritt die Epistaxis „gefühlt“ häufiger auf. Dies liegt zum einen an der Heizperiode, die zu trockenen Schleimhäuten führt, des Weiteren ist Winterzeit Erkältungszeit. Vor allem der vordere Anteil der Nase ist am häufigsten betroffen. Gerade im vorderen Drittel der Nasenscheidewand ( Lokus Kieselbachii genannt) entstehen die meisten Blutungen. Diese sind auch am besten zu beherrschen. Gelegentlich findet man keine Blutungsquelle.

Nasenbluten entsteht wenn die feinen, stark durchbluteten, Gefäße in der Nasenschleimhaut verletzt werden. Dies ist in der Regel harmlos und führt meist nur zu minimalem Blutverlust. In der Fachsprache wird der Begriff Epistaxis verwendet.

Ursachen von Nasenbluten

Häufige Ursachen für das Auftreten von Nasenbluten können Verletzungen durch Stürze, Schläge auf die Nase, akute Infektionskrankheiten, Gefäß- oder Kreislaufkrankheiten oder Einsatz von Medikamenten zur Blutverdünnung sein. Auch können das Putzen der Nase oder Umwelteinflüsse, wie eine Austrocknung durch künstliche Raumklimatisierung oder der Aufenthalt in großen Höhen Nasenbluten hervorrufen. Konstitutionelles Nasenbluten, das häufig bei Kindern und Allergikern auftritt, und damit verbundenes Austrocknen können ebenfalls eine Ursache für das Bluten der Nase sein. Weitere mögliche Ursachen sind unter anderem Vitamin C-Mangel, hoher Blutdruck oder Arteriosklerose.

Verletzungen der Nasenschleimhaut:
Nasebohren, trockene Nase, Fremdkörper, Fraktur, Nasenscheidewandverbiegung (Septumdeviation);
Entzündungen:
Virale oder bakterielle Entzündung (Schnupfen, Erkältung, Nasennebenhöhlenentzündung), Nasentropfenmissbrauch, Allergien (Heuschnupfen, Pollenallergie), Cocainabusus
Systemische Faktoren:
Arteriosklerose, Bluthochdruck, Marcumar oder Aspirin – Einnahme, M. Osler, sonstige Blutgerinnungsörungen

Symptome

Epistaxis ist durch das Austreten von Blut aus der Nase zu erkennen. Dies ist in den meisten Fällen dunkelrot, kann aber bei arterieller Blutung hellrot ausfallen. Auch kann das Nasenbluten „vorgetäuscht“ sein, wenn die Blutung ihren Ursprung in einer anderen Lokalisation hat.

Diagnose

Mit der Messung des Blutdrucks, durch Blutentnahme und damit verbundener Messung verschiedener Werte kann der Blutverlust quantifiziert und eine Störung der Gerinnung ausgeschlossen werden. Um den Blutungsort ausfindig zu machen kann die Nasenschleimhaut mittels einer Endoskopie oder Rhinoskopie untersucht werden.

Therapie des akuten Nasenblutens

Bei akutem, „normalen“ Nasenbluten hat sich folgendes Therapieschema bewährt:
Man drückt die Nasenflügel für 7 Minuten fest zusammen (nicht zwischendurch Nachschauen, ob es noch blutet!!!). Der Kopf bleibt aufrecht! In den Nacken kann man einen kühlen Waschlappen legen. Hat die Blutung dann aufgehört, sollte man die Nase Ruhigstellen (kein Sport für 1 Woche, kein Herumtoben, kein Nasenschnäuzen für 3 Tage (NUR HOCHZIEHEN)) und die nächsten Tage intensiv mit einer Nasensalbe pflegen (z.B. Panthenol oder Dexpanthenol – Salbe).

Sollte das Nasenbluten nach 20 Minuten nicht aufhören, die Nase im hinteren Bereich bluten und das Blut in den Rachen hinunter laufen, die Blutung beidseitig sein oder die Blutungen häufiger auftreten, ist ein Arzt hinzu zu ziehen. Läuft nach einem Unfall helle Flüssigkeit aus der Nase handelt es sich hierbei um Gehirnflüssigkeit und es ist sofort der Notarzt aufzusuchen. Der Arzt kann mit Hilfe von Blutgerinnungs- oder Gefäßverkleinernden Mitteln sowie durch das Tamponieren der Nase, die Blutung stoppen. Je nach Ausmaß der Blutung werden blutstillende Medikamente und Maßnahmen zu Kreislaufstabilisation verwendet. Auch können bei der Behandlung von wiederkehrendem Nasenbluten eine Verödung der blutenden Gefäße, z.B. durch Unterspritzen, Ätzen oder Laseranwendung, oder in schweren Fällen eine Gefäßunterbindung notwendig sein. Des Weiteren kann der Arzt durch die Behandlung etwaiger ursächlicher Erkrankungen die Blutung einstellen und ein erneutes Bluten vermeiden.
Hört die Blutung nicht auf oder tritt das Nasenbluten häufiger auf, ist der Besuch beim Hals- Nasen- Ohrenarzt ein Muss!
Der Hals- Nasen- Ohrenarzt hat verschiedenste Therapiemöglichkeiten. Ist die Blutungsquelle sichtbar wird die Blutung sofort lokal gestoppt.

Nasenbluten bei Kindern

Die Ursachen bei Kindern sind die ähnlich wie bei den Erwachsenen. Jedoch unterscheidet sich die Therapie erheblich. Bei Kindern ist man mit der so genannten Koagulation (Verödung der blutenden Gefäße) äußerst zurückhaltend, da die junge Schleimhaut sehr schnell zerstört werden kann und sich dann ein Loch in der Nasenscheidewand bilden kann. Eine Koagulation kann nur der Ausweg bei einer massiven, bedrohlichen Blutung sein und sollte dann in Vollnarkose erfolgen. Auch mit Tamponaden sollte man zurückhaltend sein, denn diese werden kaum toleriert und müssen oft auch in Narkose erfolgen. Kinder werden daher möglichst konservativ therapiert. Neben der Ruhigstellung (kein Sport für 1 Woche, kein Herumtoben, kein Nasenschnäuzen für 3 Tage (NUR HOCHZIEHEN)) sollte man bei Kindern auf eine intensive Pflege mit einer regenerierenden Nasensalbe (z.B. Panthenol, Dexpanthenol) achten.
Bei einer akuten Blutung drückt man die Nasenflügel für 7 Minuten fest zusammen (nicht zwischendurch Nachschauen, ob es noch blutet!!!). Der Kopf bleibt aufrecht! In den Nacken kann man einen kühlen Waschlappen legen. Tritt das Nasenbluten häufiger auf, ist der Besuch beim Hals- Nasen- Ohrenarzt ein Muss!

Der Fall aus der Praxis:

Ein junger Man erschien nach einer Schlägerei mit Nasenbluten. Aus einem Nasenloch hing ein kleiner Faden. Es handelte sich um die intelligenteste und originellste Nasentamponade, die je ein Patient selbst benutzt hat: Es war ein Tampon – „Nimmt die Blutung dort auf, wo sie entsteht!“ ;-)