Verätzungen und Verbrennungen im Mund und Rachenbe

Verätzungen oder auch Verbrennungen im Bereich von Mund und Rachen oder der Speiseröhre gehören mit zu den schmerzhaftesten Erkrankungen beziehungsweise Verletzungen des HNO Bereichs. Auslöser dafür gibt es nur wenige, schließlich sind in unseren gewöhnlichen Speisen selten solche Stoffe enthalten, die zu Verätzungen führen könnten. Häufige Ursachen sind deswegen gerade bei Kleinkindern Verätzungen durch Reinigungsmittel im Haushalt. Unsachgemäße Lagerung oder unzureichende Vorsicht im Umgang mit diesen Stoffen sind die häufigsten Gründe. Kleine Kinder haben noch nicht die Erfahrung, die Erwachsene mit gefährlichen Stoffen haben, weswegen es oft zu den bekannten Vorfällen wie Verschlucken von Reinigern, Laugen und Ähnlichem kommt. Verbrennungen sind noch seltener. Da das Zurückschrecken vor übermäßig heißen Flüssigkeiten oder Gegenständen ein natürlicher Reflex ist, der sich im Unterbewusstsein nach der ersten Begegnung mit etwas sehr Heißem manifestiert, kommt es auch bei kleinsten Kindern nur selten zu Verbrennungen im Mund oder gar Rachen. Spätestens an den Lippen erkennt das Kind, durch den Schmerz gewarnt, die Gefahr, und wird von dem Vorhaben ablassen. Tatsächliche Verbrennungen im Bereich von Mund, Rachen oder gar Speiseröhre kommen deswegen überproportional bei Erwachsenen vor. Diese können in leichten Fällen durch zu heiße Getränke hervorgerufen werden, oder durch Unfälle. In dem Fall gilt dies selbstverständlich für Kinder ebenso, wie für Erwachsene.

Symptome

Die Symptome bei Verbrennungen und Verätzungen sind grundlegend, zumindest im Empfinden des Patienten, ähnlich. Starkes Brennen der Schleimhäute, Schluckbeschwerden und eventuelle Atemnot durch das Anschwellen der betroffenen Stellen, gehören noch zu den harmloseren Symptomen. Kommt es allerdings zu einer tatsächlichen Verätzung oder schweren Verbrennung, sind die Folgen erheblich.
Bei Verätzungen muss klar unterschieden werden, ob es sich um eine Lauge oder Säure handelte, wobei die Lauge schlimmere Schäden verursacht, als die Säure. Laugen führen in der Regel zu tiefgreifenden Verätzungen der Speiseröhre, dabei kommt es häufig sogar zum Durchbruch der Speiseröhre. Nach dem Durchbruch kann der Inhalt der Speiseröhre ungehindert in den Brustraume eindringen und dort lebensgefährliche Entzündungen verursachen. Säuren befallen meistens nur die Oberfläche der Speiseröhrenwand. Dabei kommt es zur Verklumpung der Zelleiweiße, ähnlich einem gekochten Ei. Als Symptome zeigen sich in leichten Fällen Rötungen der Schleimhäute, bei schwereren Fällen auch Entzündungen des Bindegewebes und seltener ebenfalls Durchbrüche der Wand. Typisch für alle Verätzungen und Verbrennungen sind Schmerzen in der Brusthöhle, Schluck- oder auch Atembeschwerden und hohes Fieber.

Diagnose

Zur ersten Diagnose reicht meist schon die Untersuchung mit Lampe und Spiegel. Sind schwerere Schäden zu vermuten oder gleich zu erkennen, werden auch Endoskope und Röntgenaufnahmen eingesetzt. Durch die Gabe eines Kontrastmittels kann ein eventueller Durchbruch der Speiseröhre erkannt werden. Bei der Diagnose und zur entsprechenden Einleitung der Therapiemaßnahmen, ist bei Verätzungen immer wichtig herauszufinden, welcher Stoff auslösend war.

Therapie

Erste Maßnahmen der Therapie bei Verbrennungen und Verätzungen im Mund und Rachenraum, beziehungsweise der Speiseröhre sind Reinigungen. Über eine eingeführte Sonde wird die Speiseröhre beziehungsweise der Rachen mit Wasser gespült und die aufgenommene Flüssigkeit abgesaugt. Die Verabreichung von Steroiden dient der Verhinderung oder Verringerung von Schwellungen, die zu Atemnot führen könnten. Antibiotika werden vorsorglich verabreicht, um einer Entzündung vorzubeugen, oder eine bestehende zu bekämpfen. Ist es zum Durchbruch der Speiseröhre gekommen, werden die perforierten Stellen operativ repariert.

Prognose

Das befallene, abgestorbene oder reparierte Gewebe neigt zur Vernarbung, weswegen als Spätfolgen einer Verätzung oder Verbrennung oft Schluckbeschwerden und eventuelle Atemnöte auftreten. Es bedarf deswegen einer regelmäßigen Nachkontrolle, um auch die, noch Jahre später mögliche, Bildung von Speiseröhrenkrebs am Bodern der Narbe auszuschließen.

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