Speicheldrüsentumore

Zur Erzeugung des für die Zerkleinerung der Nahrung und Beginn der Verdauung wichtigen Speichels besitzt der Mensch sechs Speicheldrüsen Sie sind unterteilt in die paarige Ohrspeicheldrüse, die paarige Unterkieferspeicheldrüse und die paarige Unterzungenspeicheldrüse. Man nennt diese sechs Speicheldrüsen auch die Großen Speicheldrüsen. zusätzlich zu diesen gibt se in der gesamten Mundschleimhaut bis zu 1000 weitere kleine Speicheldrüsen.

Der Speichel enthält diverse Enzyme, die bereits mit der Zersetzung einfacher Bausteine der Nahrung beginnen und die Mundflora im Gleichgewicht halten.
Tumoren der Speicheldrüsen kommen hauptsächlich in der Ohrspeicheldrüse vor. Da der Mensch neben den großen so viele weitere Speicheldrüsen besitzt, ist zum Beispiel die Entfernung einer der Großen Speicheldrüsen, etwa wegen eines Speicheldrüsentumors, nicht sehr beeinträchtigend.

Speicheldrüsentumoren gibt es viele, die meisten davon, etwa drei Viertel sind gutartig. Unter den häufigeren Ohrspeicheldrüsentumoren sind sogar 80% aller Tumoren gutartig. Bei den bösartigen Arten der Tumoren gibt es zusätzlich viele Unterarten, die eine Behandlung der Speicheldrüsentumoren um so schwieriger gestalten. Da diese Tumore darüber hinaus so selten sind, haben auch nur wenige Ärzte ausreichende Erfahrung im Umgang und der Therapie dieser Tumoren. Es ist deswegen besonders wichtig, sich an ein Fachärzte Zentrum zu wenden.

Arten der Tumoren

Unter den gutartigen Tumoren sind die der Ohrspeicheldrüse am häufigsten und können in der Regel auch problemlos entfernt werden. Die Heilungschancen sind hier sehr hoch. Die bösartigen Tumoren kommen häufiger in der Unterkieferspeicheldrüse und der Unterzungenspeicheldrüse vor und lassen sich weitaus schwerer therapieren. Sie neigen oftmals zur Bildung von Metastasen im weichen Gewebe des Halses, vor allem in den Lymphknoten, und streuen auch in andere Körperteile. Sie sind deshalb sehr ernst zu nehmen. JEDER Knoten in einer Speicheldrüse MUSS abgeklärt werden

Diagnose

Die Diagnose von Speicheldrüsentumoren erfolgt wo möglich über bildgebende Verfahren, zuerst durch Ultraschall (Sonographie), später durch MRT und CT ,zusätzlich aber auch durch Biopsien und Untersuchungen der Blutwerte. Bei der Biopsie werden in der Regel nur Feinnadelbiopsien durchgeführt um die Gefahr der Verschleppung von Tumorzellen in andere Areale zu minimieren. nur in begründeten Ausnahmefällen wird anders verfahren.

Therapie

Zur Therapie gutartiger Speicheldrüsentumoren reicht in den meisten Fällen eine einmalige Operation, zur Entfernung des Gewebes. Bei den bösartigen Tumoren ist eine Operation ebenfalls notwendig, wird allerdings in einigen Fällen nicht ausreichen. Trotz optimaler Behandlung kommt es in 40 bis 80% der Fälle zu einem Wiederauftreten des Tumors. Die Gefährlichkeit der Speicheldrüsentumoren ist durchaus mit denen von Lungenkrebs, Darmkrebs oder Brustkrebs zu vergleichen. Zur Therapie werden deshalb, ähnlich wie bei den bekannteren Krebsarten zusätzliche oder andere Maßnahmen als die Operation immer mit in Betracht gezogen. Da die bösartigen Speicheldrüsentumoren oftmals umliegendes Gewebe, vor allem Lymphknoten, Knochen, Muskulatur und auch Teile des Gesichtsnervs in Mitleidenschaft ziehen, müssen Teile dieser Areale eventuell mit entfernt werden.

Um diese stark invasive Operation eventuell ausschließen zu können, werden in vielen Fällen zuerst eine Chemotherapie und Bestrahlung in Betracht gezogen. Auch eine Kombination beider Verfahren ist möglich und wird praktiziert. Die Risiken der Operation, vor allem bleibende Gesichtslähmungen liegen im einstelligen Prozentbereich.