Schilddrüsenvergrößerung

Die Schilddrüse

Die Schilddrüse ist eines der Hormon produzierenden Organe und regelt durch die Hormonproduktion bei Neugeborenen die regelrechte Entwicklung von Organen. Auch beim erwachsenen Menschen hat die Schilddrüse sehr wichtige Funktionen, so regelt Sie zum Beispiel durch gezielte Hormonausschüttung die Frequenz des Herzschlags oder die Erweiterung von Gefäßen, Auch bei der Verdauung spielen die Hormone der Schilddrüse eine wichtige Rolle. Sie regen die Verarbeitung von Fetten, Kohlenhydraten und fördern den Stoffwechsel im Bindegewebe.

Auch die Aktivität der Darmmotorik und die von Haut- und Schweißzellen werden durch Schilddrüsenhormone angeregt. Im Nervensystem führen Sie zu einer erhöhten Erregbarkeit der Zellen. Zusammengefasst wirken die in der Schilddrüse produzierten Hormone so, das sie den Grundumsatz des Organismus erhöhen und damit auch die Körpertemperatur ansteigen lassen.

Erkrankungen der Schilddrüse

In Jodmangelgebieten, zu denen bis vor ca. hundert Jahren auch noch Westeuropa gehörte, sind Erkrankungen der Schilddrüse recht häufig. Allerdings ist die Anzahl der gutartigen Wucherungen dort im Verhältnis auch wesentlich höher. Da ein Jodmangel in unseren Briten heute fast ausgeschlossen werden kann, ist auch der prozentuale Anteil an bösartigen Geschwülsten an der Schilddrüse höher. Jedwede Vergrößerung der Schilddrüse oder eine Wucherung an Ihr wird in der Medizin als Struma bezeichnet.

Vergrößerung der Schilddrüse

Die Schilddrüsenvergrößerung kann durch mehrere Krankheiten auftreten. Die häufigste Ursache simpler Natur ist Jodmangel in der Ernährung, der in Deutschland allerdings sehr selten geworden ist. Rührt die Vergrößerung der Schilddrüse dennoch von einem Mangel an Jod her, liegt die Vergrößerung der Schilddrüse, einfach dargestellt, an Folgendem. In Ihrer Funktion als Hormon produzierendes Organ benötigt die Schilddrüse Jod als wichtigen Grundbaustein für die Hormonproduktion. Fehlt Jod in der Nahrung versucht die Schilddrüse einen größeren Anteil an Jod aus dem Blut zu filtern, als eigentlich zur Verfügung steht.

Die Folge davon ist, dass sich die Zellen der Schilddrüse stärker als sonst vermehren und über lange Zeit hinweg auch vergrößern. Im Lauf von Jahren kann diese Zellvermehrung und Wachstum des Organs auch Bindegewebseinlagerung und Knotenbildung verursachen. Letztlich sind Einblutungen möglich, aus denen sich auch Kalkeinlagerungen bilden können. Bei gutartigem Verlauf dieser Vergrößerung können die Zellen der Schilddrüse weiterhin normal arbeiten, es kann aber auch zu verminderter Hormonproduktion oder dem totalen Ausfall des Organs kommen.

Neben der Jodmangel bedingten Schilddrüsenvergrößerung können auch Krankheiten zur Vergrößerung und eventuellen Bildung von Schilddrüsenknoten führen.

Breit angelegte Untersuchungen haben ergeben, dass etwa die Hälfte aller Erwachsenen und Jugendlichen nach der Pubertät eine Vergrößerung der Schilddrüsen aufweisen. Das zeigt schon, dass eine Vergrößerung der Schilddrüse in der Regel keine ernsthafte Bedrohung für die Gesundheit oder gar das Leben darstellt. Frauen sind häufiger betroffen als Männer und leiden bei einer Schilddrüsenvergrößerung auch weitaus häufiger an der Bildung von Schilddrüsenknoten.

Schilddrüsenknoten

Schilddrüsenknoten gehören neben der Vergrößerung der Schilddrüse (Struma) zu den häufigsten Erkrankungen des Organs. Ob und wie weit diese Knoten für den Patienten gefährlich oder gar lebensbedrohlich werden können, kann nur in der Untersuchung beim HNO Arzt geklärt werden. Es kommt bei zunächst darauf an, ob der oder die Koten bös- oder gutartiger Natur sind, wie groß sie sind und wie stark Ihre Funktion ist, beziehungsweise wie stark sie die Funktion der Schilddrüse einschränken.
Bei der überwiegenden Zahl an Schilddrüsenoten handelt es sich um Schilddrüsenkarzinome, selten um Metastasen.

Unterscheidungen der Funktion

Man unterscheidet bei der Funktion der Schilddrüsenknoten zwischen solchen, die eine stärkere Funktion als das übrige Schilddrüsengewebe haben, denen, die eine gleichwertige Funktion aufweisen und solchen mit geringerer Funktion. Als Funktion ist hier die Produktion von Hormonen im Knoten gemeint.
Weiterhin werden die Schilddrüsenknoten in drei Arten unterschieden.

Diese sind:

Heiße Knoten: Diese sind in der Regel immer gutartig, können sich aber so weit vom Nervensystem lösen, dass Sie Hormone überproduzieren und dadurch den Patienten massiv schädigen können.
Normofunktionelle Knoten: Die Mehrzahl der diagnostizierten Knoten sind weder „heiß“ noch „kalt“, wirken sich also kaum auf die Hormonproduktion aus.
Kalte Knoten: In Ländern mit Jodmangel sind diese oftmals gutartig. Oftmals bedeutet jedoch nicht immer. Kalte Knoten müssen IMMER abeklärt werden. Entweder werden sie gleich operativ entfernt oder ständig kontrolliert.

Symptome

Kleine Vergrößerungen der Schilddrüse führen oft zu keinen oder nur geringen Beschwerden. Diese sind oft so unerheblich, dass Patienten sie oftmals gar nicht nennen. Erst bei wachsenden Schilddüsenvergrößerungen, mit entsprechender Raumforderung treten häufig Schluckbeschwerden, Druck- und Engegefühl (Kloßgefühl) oder eine Abneigung gegen am Hals enge Kleidung wie Oberhemden und Blusen auf. Erst bei fortgeschrittener Erkrankung kommt es zu Atemnot bei oder nach Belastungen, Geräuschen beim Atmen, Heiserkeit und einer Stauung der Venen am Hals. Spätestens dann ist dringend ein Arzt aufzusuchen.

Diagnose

In der Regelist eine Vergrößerung der Schilddrüse tastbar und sichtbar. Sollte beides nicht möglich sein, kann die Schilddrüsenvergrößerung auf jeden Fall per Ultraschall diagnostiziert werden. Bei schwereren Erkrankungen kann auch af weitere bildgebende Verfahren wie MRT und CT zurückgegriffen werden. Engt die Schilddrüsenvergrößerung bereits die Luft- und/oder die Speiseröhre ein, ist auch ein Röntgenbild erforderlich um genau zu sehen, wie weit die Wucherung fortgeschritten ist. In Ausnahmefällen ist die Vergrößerung der Schilddrüse auch kaum oder gar nicht zu erkennen, da sie nur nach innen gerichtet ist. Gerade dann ist ein Röntgenbild erforderlich. Besteht die Annahme eines bösartigen Knotens wird auch auf die Feinnadelbiopsie und entsprechende Untersuchungen der Blutwerte im Labor zurückgegriffen.

Therapie

Es gibt drei grundlegende Verfahren zur Behandlung von Schilddrüsenvergrößerungen, die sich je nach dem Ausmaß der Erkrankung richten. Darunter die Gabe von Medikamenten, eine Behandlung mit der Radiojodtherapie oder Operationen.

Im einfachsten Fall kann schon die Gabe von Jodtabletten helfen. Ansonsten besteht auch noch die Option der Behandlung mit entsprechenden Hormonpräparaten.

Die Radiojodtherapie wir relativ selten angewandt, da sie nur bei schweren Erkrankung und Karzinomen zum Einsart kommt. Sie führt eine Verkleinerung der Schilddrüse von 30-70% herbei und kann bis zu einem Jahr anhalten. Danach muss die Therapie wiederholt werden.

Bie Operationen wird normalerweise nur das knotige beziehungsweise unnormal vergrößerte Gewebe entfernt, sodass eine normal große Schilddrüse übrig bleibt. Nach der Operation ist oftmals noch eine weitere medikamentöse Behandlung notwendig.

Zungengrundstruma

Die Zungengrundstruma ist eine erbliche Verlagerung der Schilddrüse. In der Regel wandert die Schilddrüse während der Entwicklung des Kindes von einem Areal unterhalb des Zungenansatzes hinab, bis zu Ihrer endgültigen Position im unteren Bereich des Halses. Geschieht das nicht, sondern bleibt die Schilddrüse sozusagen auf halbem Wege stecken, spricht man von der Zungengrundstruma.

Symptome

Die Symptome einer Zungengrundstruma sind in den meisten Fällen eine Fehlfunktion, beziehungsweise Unterfunktion der Schilddrüse und damit einhergehende geringere Hormonproduktion der Drüse. Die Schilddrüse produziert wichtige Hormone für die Regulierung unserer Vital Funktionen, ein Zuviel oder Zuwenig der Schilddrüsenhormone ist also sehr schädlich. Ein Leben ohne jegliche Schilddrüsenhormone ist nicht möglich.

Therapie

Fehlfunktionen der Schilddrüse können teilweise operativ behoben werden. Bildet sich zum Beispiel ein Kropf („Struma“ genannt) wird dieser operativ entfernt, auch wuchernde Geschwülste an der Schilddrüse, die zu einer Überproduktion von Hormonen führen können, werden entfernt.