Fazialisparese

Als Fazialisparese beschreibt man eine Gesichtslähmung. Auslöser dafür ist eine Störung des VII. Hirnnervs, der die Lähmung der Gesichtsmuskulatur und anderen von diesem Hirnnerv versorgten Muskeln und Drüsen verursacht. Die Kaumuskulatur ist hiervon nicht betroffen, da sie von einem anderen Nerv versorgt wird. Als einseitige Gesichtslähmung, tritt die idiopathische Fazialisparese auf. Sie ist die häufigste Form dieser Lähmung und hat keine erkennbaren Ursachen. Sie bildet sich daher auch meist von allein wieder zurück. Generell wird eine Fazialisparese durch krankengymnastische Übungen der Gesichtsmuskulatur behandelt. Ursachen für diese Gesichtslähmung können bei Infektionen mit Borrelien oder den Varicella-Zoster-Viren liegen. Auch Nervenschädigungen, Diabetes oder Hirnhautentzündungen können die Gesichtslähmung verursachen. Man kann in zwei weitere, neben der idiopathischen, verschiedene Formen unterscheiden. Zum einen in die periphere, bei der eine direkte Schädigung der Nerven vorliegt und zum anderen die zentrale, bei der eine Schädigung innerhalb des Gehirns vorliegt.

Ursachen

Bei der peripheren Fazialisparese bleiben die Ursachen oft ungeklärt. Sie kann jedoch durch eine gestörte Blutversorgung, also Ischämie, oder eine Nervenschädigung durch Druck entstehen. Auch gilt in vielen Fällen Zugluft als Auslöser. Weitere bekannte Ursachen können Entzündungen, Gesichtverletzungen oder Hirntumore sein. Zu den häufigsten entzündlichen Ursachen zählen die schon genannten Borrelien oder die Variella-Zoster-Viren, die bei erster Infektion Windpocken auslösen. Sie verbleiben anschließend im Nervensystem und können noch Jahrzehnte später erneut aktiviert werden. Sollten sie dann das Ohr befallen, wird der Zoster oticus (eine Herpesform) ausgelöst. Dieser führt dann in zwei Dritteln der Fälle zu einer Fazialisparese. Auch eine Nervenverletzung nach einem Schädelbruch kann zu einer Gesichtslähmung führen. Zu den selteneren Ursachen zählen Hirnhautentzündungen, Mittelohrentzündungen oder die Diabetes. Ein Hirninfarkt, eine Hirnblutung oder ein Hirntumor können indes zu einer zentralen Fazialisparese führen.

Symptome

Zu den Symptomen einer Gesichtslähmung zählt vor allem die halbseitige Gesichtlähmung. Hinzu kommt noch ein kleines Gebiet mit gestörter Empfindung hinter dem Ohr. Generell ist nur die Gesichtshälfte betroffen, in der auch die Beschädigung der Nerven besteht. Die Lähmung entwickelt sich innerhalb von zwei Tagen und beginnt mit Schmerzen hinter dem Ohr. Als Folge daraus kann das Auge nicht mehr komplett geschlossen werden, eine Falte zwischen Nase und Mundwinkel entsteht und eine Beeinträchtigung der Wortbildung und Aussprache, aufgrund schwächerer Wangen- und Lippenmuskulatur, tritt ein. Es können zudem erhöhte Geräusch-Überempfindlichkeit, Geschmacksstörung oder eine reduzierte Speichel- und Tränensekretion auftreten. Bei einer zentralen Gesichtslähmung ist vor allem die Muskulatur im Mundbereich betroffen. Im Unterschied zur peripheren besteht bei der zentralen keine Lähmung der Stirnmuskulatur.

Diagnose

Die Diagnose kann durch Blutentnahme, Röntgenaufnahmen oder einer Geschmacksprüfung, mit Untersuchung der Geschmacksnerven erfolgen. Das Blut wird auf Diabetes, Borreliose oder andere Infektionen untersucht. Bei den Röntgenaufnahmen werden Brüche oder knöcherne Veränderungen Auskunft auf eine Schädigung oder Beeinträchtigung der Nervenfunktion geben.

Therapie

Die Art der Behandlung ist je nach Ursache zu wählen. Wird die Lähmung durch eine Grunderkrankung ausgelöst, werden Krankheiten wie Borreliose mit Antibiotika und Diabetes mit einer Blutzuckereinstellung behandelt. Sollte es sich um verletzte Nerven handeln, können diese operativ behandelt und wieder zusammengesetzt werden. Wichtig sind bei frühzeitiger Erkennung auch regelmäßige Bewegungsübungen der Gesichtmuskulatur mit Hilfe eines Krankengymnasten. Auch Medikamente wie Kortison können die Behandlung unterstützen. Bei einer einseitigen idiopathischen Fazialisparese kann die Behandlung ambulant mit einem Kortisonschema erfolgen, sollte das komplette Gesicht mit einer Lähmung befallen sein, muss die Therapie stationär erfolgen.